Fledermäuse im Garten sind für jeden Hobbygärtner wertvoll. Schließlich helfen sie dabei, den eigenen Garten ganz ohne Chemie schädlingsfrei zu halten.

Auch wenn Fledermäuse sich vor allem in Naturgärten durchaus häufiger beobachten lassen, so stellt ein einziger Garten in aller Regel keinen kompletten Lebensraum für eine Fledermaus dar. Dies liegt zum einen am großen Aktionsradius von Fledermäusen, zum anderen auch an ihren im Jahresverlauf wechselnden Quartieren. So kann es sein, dass Fledermäuse einen Fledermauskasten im eigenen Garten als Sommerquartier nutzen, ihr Winterquartier aber weit entfernt davon aufschlagen. Positiv für den fledermausfreundlichen Gärtner: Da die Tiere ortstreu sind, kehren sie in der Regel wieder zu einem von ihnen ausgewählten Quartier zurück.

Hast du Fledermäuse im Garten?

Fledermäuse im eigenen Garten bleiben häufig unentdeckt, was natürlich auch damit zu tun hat, dass es sich um nachtaktive Tiere handelt. Es gibt jedoch ein paar Anzeichen, die helfen können, Fledermäuse im Garten zu entdecken:

Kotspuren von Fledermäusen
  • Fledermauskot: Der Kot von Fledermäusen ähnelt auf den ersten Blick dem Kot von Mäusen oder Ratten. Wenn du einen Fledermauskasten mit offenem Unterteil im Garten hängen hast und wissen möchtest, ob dieser von Fledermäusen genutzt wird, leg einfach ein paar Tage lang eine helle Plane, Folie o.Ä., was danach entsorgt werden kann, unter dem Fledermauskasten auf dem Boden aus und schau nach, ob sich dort mäuseähnlicher Kot ansammelt (beim Umgang mit jeglicher Art von Kot und damit verschmutzten Gegenständen bitte unbedingt immer umfassende Hygiene- und Schutzmaßnahmen einhalten und das Aufwirbeln von Staub vermeiden!)
  • Zirpende Geräusche: Fledermäuse sind auch akustisch wahrnehmbar. Besonders gut sind sie bei ihrem Aufenthalt im Fledermauskasten zu hören, wo sie des öfteren leise, recht hohe, zirpende Geräusche von sich geben.
  • Fledermausflug: Fledermäuse lassen sich hervorragend beobachten, wenn sie bei beginnender Dämmerung zu ihren nächtlichen Aktivitäten aufbrechen. Wenn du ein Fledermausquartier bei dir im Garten vermutest, dann setze dich einfach kurz vor Dämmerungsbeginn in Sichtnähe und schaue, ob Tiere ausfliegen. Fliegende Fledermäuse zeigen einen recht ruckartigen Flug, sodass sie mit ein wenig Übung gut von fliegenden Vögeln zu unterscheiden sind.

Welche Fledermausarten gibt es?

In Deutschland leben derzeit 25 Fledermausarten. Allerdings sind nicht alle Arten gleichermaßen häufig vertreten. Die hier ansässigen Arten unterscheiden sich hinsichtlich der von ihnen bevorzugten Quartiere sowie ihres Jagdlebensraums mitunter beträchtlich. So gibt es Arten, die bevorzugt Baumhöhlen aufsuchen, während andere eine Vorliebe für Dachböden entwickelt haben. Manche Fledermausarten jagen gerne im Bereich von Wäldern, während andere hauptsächlich über Gewässern ihre Nahrung suchen.

Welche Fledermausarten leben bei dir im Garten?

Fledermausarten zu bestimmen ist für den Laien nicht ganz so einfach. Als Einstieg empfiehlt sich die Teilnahme an einer der vielerorts stattfindenden Veranstaltungen, die von den hiesigen Naturschutzverbänden durchgeführt werden. Größere Bekanntheit hat hier die einmal jährlich im Sommer stattfindende „Bat Night“ erlangt, an der neben neben Nachtwanderungen und Fledermausexkursionen auch Aktionen wie der Bau eines Fledermauskastens etc. durchgeführt werden.

Auf einigen der angebotenen Nachtwanderungen kommt auch der so genannte Fledermaus-Detektor zum Einsatz. Dies ist ein Gerät, das die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Rufe der Fledermäuse in eine Art von knackenden Geräuschen umwandelt. Da verschiedene Fledermausarten verschiedene Frequenzbereiche nutzen, lässt sich in Kombination mit anderen Faktoren wie Größe der Fledermaus, Ausflugszeit der Fledermaus aus ihrem Quartier sowie Jagdgebiet und Jagdverhalten etc. Rückschlüsse auf die beobachtete Fledermausart ziehen. Da sowohl der Umgang mit dem Fledermaus-Detektor als auch das Zuordnen der anderen Faktoren zu einzelnen Fledermausarten einige Übung erfordert, stellt die Teilnahme an darauf ausgerichteten Veranstaltungen durch Fledermaus-Experten bei der späteren Bestimmung im eigenen Garten eine wertvolle Basis dar.

Fledermäuse in den Garten locken

Um deinen Garten feldermausfreundlicher zu gestalten kannst du einiges tun. Viele steht und fällt mit der passenden Bepflanzung. Fledermäuse ernähren sich von nachtaktiven Insekten wie zum Beispiel von Nachtfaltern. Daher eignen sich vor allem Pflanzen, die Nachtfalter in deinen Garten locken, für einen fledermausfreundlichen Garten. Ein bekanntes Beispiel für solche Pflanzen ist beispielsweise das Geißblatt, mit dem sich hervorragend Spaliere beranken lassen.

Du kannst ein „Fledermausbeet“ anlegen, in dem du mehrere spezielle Pflanzen, die  für Nachtfalter attraktiv sind, kombinierst. Freude kannst du Fledermäusen auch durch eine Wildblumenwiese, eine Kräuterspirale oder Obstbäume in deinem Garten bereiten.

Dos and Dont’s für Fledermäuse im Garten

Die Frage, wie du Fledermäuse im Garten unterstützen kann, ist auch abhängig von der vorhandenen Fledermausart. Hier findest du eine Übersicht aus einigen ganz allgemeinen Punkten, die deinen Garten attraktiver für Fledermäuse machen:

Der fledermausfreundliche Garten
Natürliche oder künstliche Quartiere wie Baumhöhlen, Fledermauskästen etc.
Insektenfreundliche Stauden
Spezielle Pflanzen für Nachtfalter
Kräuterbeet und/oder Kräuterspirale
Wildblumenwiese
Obstbäume / Streuobstwiese
Kletterpflanzen
Wildsträucherhecke mit heimischen Pflanzen
Dachbegrünung
Trockensteinmauer
Gartenteich
Komposthaufen
Laubhaufen
Reisighaufen bzw. Totholzhaufen
Holzstapel und/oder Holzmiete (Vorsicht beim Abbau!)
Unterschlupfmöglichkeiten in Schuppen etc.
Verzicht auf Pestizide
Verzicht auf Klebefallen
Reduktion von nächtlichen künstlichen Lichtquellen bzw. insektenfreundliche Beleuchtung
Sicherung von Regenfallrohren 
Sicherung von offenen Wasserstellen
Sicherung von offenen Gefäßen
Sicherung von Schornsteinen mittels engmaschigem Gitter durch Schornsteinfeger
Schutzmaßnahmen bei Katzen im Garten einhalten

Wichtig bei Fledermäusen im Garten

Wenn du Fledermäuse im Garten hast, dann kann es natürlich auch vorkommen, dass du durch Zufall auf eines der Tiere stößt (beispielsweise beim Einsammeln von Holzscheiten von einem Holzstapel o.ä.).

Manche Fledermausarten ziehen sich beispielsweise im Winter gerne in Holzstapel zurück. Wenn du also Holzscheite entnimmst, dann tue dies vorsichtig und prüfe die Scheite vor dem Verbrennen noch einmal auf unerwartete Gäste, damit diese weder beim Umsetzen noch beim Verfeuern zu Schaden kommen.

Beachte bitte auch, dass es streng verboten ist, Fledermäuse zu fangen sowie in ihren Quartieren zu stören.

Wichtiger Hinweis: Wenn es sich vermeiden lässt, solltest du die Tiere generell nicht angreifen. Falls du eine Fledermaus dennoch unbedingt angreifen musst, tue dies niemals mit bloßen Händen, da unter anderem durch einen Biss die Gefahr der Übertragung von Tollwut besteht. Verwende bei unbedingt notwendigem direkten Kontakt daher in jedem Fall einen dicken Schutzhandschuh, der dich bei eventueller Panik des Tieres sicher vor einem Biss schützt.