Warum Wale Fremdsprachen können

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Das Buch wurde mir vom Heyne Verlag kostenlos für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

Inhalt

In ihrem Buch Warum Wale Fremdsprachen können und andere erstaunliche Erkenntnisse über die geheimen Fähigkeiten der Tiere* gibt die Autorin einen faszinierenden Einblick in die kognitiven Fähigkeiten verschiedener Tierarten und damit verbundener neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Nach einem Vorwort von Randolf Menzel beginnt das Buch mit einer Einleitung der Autorin, in der sie beschreibt, wie sich unser Blick und der der Wissenschaft auf die Tierwelt in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Das erste Kapitel gibt mittels Beispielen aus der Tierwelt ein paar Informationen zu wichtigen Begriffen aus der Verhaltensforschung, von denen einige im späteren Verlauf des Buches immer wieder auftauchen. So zum Beispiel: „Theory of Mind“, „Mental Time Travel“ und „Episodic-like-Memory“. Ebenso wird die Schwierigkeit der Wissenschaft, zu unzweifelhaften Ergebnissen zu kommen, kurz angerissen.

In den Folgekapiteln widmet sich Katharina Jakob verschiedenen Tierarten, deren kognitive Fähigkeiten sie beschreibt. So werden unter anderem Wale, Hunde, Präriehunde, Menschenaffen, verschiedene Vogelarten und selbst Wirbellose wie Bienen und Kraken thematisiert.

Am Ende ihres Buches gibt die Autorin noch einen kurzen Ausblick auf die vielfältigen Gebiete, die derzeit weiter erforscht werden, wie beispielsweise der Versuch, einzelne Bausteine von Delfin-Lauten zu entschlüsseln.

 

Rezension

Für die Lektüre des Buches habe ich etwa 2,5 Stunden benötigt. Das Buch ist in Schwarz-Weiß gehalten, wird im Mittelteil jedoch durch einige Farbfotos verschiedener Tierarten ergänzt. Das Buch liest sich hervorragend, was auch daran liegt, dass es sich mitnichten um eine reine Aufzählung von Versuchsanordnungen aus der Verhaltensbiologie handelt, sondern eingerahmt wird von den Begegnungen mit verschiedenen Wissenschaftlern, die die jeweiligen Tiere erforschen.

Das Buch ist absolut faszinierend. Zum einen gefällt mir persönlich die Fülle der Beispiele, die die verschiedenen Fähigkeiten der Tiere dokumentieren. Zum anderen empfinde ich auch die ausgewählten Tierarten als sehr gelungen. So werden nicht nur die bereits besser erforschten Tiere wie Hunde, Delfine, Papageien vorgestellt, sondern auch die immensen Leistungen bislang eher weniger beachteter Tierarten wie Präriehunde, Schildkröten, Kraken etc. vorgestellt.

Positiv zu erwähnen ist auch die Fähigkeit der Autorin, die Versuchsanordnungen einerseits sehr klar zu beschreiben und andererseits ohne übermäßige Verwendung von Fachbegriffen und Verklausulierungen auszukommen, sodass das Buch auch für diejenigen Leser ein Genuss ist, die sich weniger mit der Materie beschäftigen. In diesem Zusammenhang ist mir ebenfalls aufgefallen, dass die Autorin an der ein oder anderen Stelle nochmals das Forschungsgebiet eines von ihr bereits erwähnten Wissenschaftlers erwähnt (statt lediglich seines Namens) und dem Leser dadurch zusätzliche Orientierung bietet, um einen am Anfang des Buches gelesenen Namen auch am Ende des Buches noch zuordnen zu können. Das ist mir bislang in Lektüren so noch nicht aufgefallen, daher finde ich es sehr hervorhebenswert.

Was die Leistungen der Tiere angeht, so sind die hier beschriebenen Beispiele mit Sicherheit für die meisten Leser absolut verblüffend. Obwohl das ein Thema ist, mit dem ich mich tiefgehender beschäftige, gab es selbst für mich noch das ein oder andere Neue zu erfahren. Das führt mich zum nächsten lobenswerten Punkt: die Aktualität. Einige der hier vorgestellten Forschungsarbeiten stammen aus den letzten Jahren und geben somit einen Einblick in den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Doch egal ob alt oder neu: Die Studien sind faszinierend. So gibt es unter anderem eine Orthografie-Studie an Tauben, es werden Raben vorgestellt, die sich in ihre Artgenossen hineindenken können, Krähen, die Werkzeuge sinnvoll kombinieren können, Präriehunde, die in ihren Alarmrufen Sequenzen verwenden, die sogar das Äußere eine potenziellen Feindes detailliert beschreiben und natürlich wird auch Alex, der berühmte Graupapagei mit seinen faszinierenden Fähigkeiten aus dem Labor von Irene Pepperberg erwähnt.

Alles in allem ein wirklich wunderbares und berührendes Buch, das hoffentlich seinen Teil dazu beiträgt, unser Verhältnis zu Tieren weiter zum Positiven zu ändern, nämlich hin zu mehr Respekt und Verständnis gegenüber den Tieren dieser Welt.

 

Fazit

Warum Wale Fremdsprachen können ist ein herausragendes Buch für jeden, der mehr über die Intelligenz von Tieren erfahren möchte .
 

Bewertung

Gesamtbewertung: 5

(1 = nicht empfehlenswert / 5 = sehr empfehlenswert)

 

Weitere Informationen

  • Autor: Katharina Jakob
  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • Erscheinungstermin: 12. März 2018

 

Hinweis

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