Tannenmeise (Periparus ater)

Die Tannenmeise besitzt eine Vorliebe für Nadelbäume und hält sich daher gerne in Nadelwäldern auf, doch auch Gärten und Parks werden bei vorhandenen Nadelbäumen nicht verschmäht.

Tannenmeise Steckbrief

  • Aussehen: Oberseite bläulich-olivgrau.1 Unterseite gelblich , schwarzer Kopf mit weißem Nackenfleck, weiße Wangen sowie zwei weiße Flügelbinden.2
  • Größe/Länge:  11 cm3
  • Gewicht:  10-18 g4
  • Vorkommen: Europa (in manchen Gebieten fehlend), Nordafrika und in Teilen Asiens.5
  • Lebensraum: Fichten-, Kiefer- und Mischwälder, bei vorhandenen Koniferen auch in Gärten und Parks.6
  • Lebenserwartung:  2-3 Jahre7
  • Bevorzugte Speisen: Insekten, kleine Sämereien.8
  • Fressfeinde:  Greifvögel, Rabenvögel, Marder, Katzen
  • Gefährdet durch: Waldsterben (insbesondere bei Fichte und Tanne)

 

Lebensweise/Fortpflanzung:

Die Tannenmeise legt ihr Nest in Baumhöhlen, ausgefaulten Wurzelstubben oder Bodenlöchern an. Dort legt sie ab Ende März/Anfang April 6-10 weißliche Eier, die fein rötlich getüpfelt sind. Die Eier werden 14-18 Tage bebrütet und die Jungen bleiben 18-20 Tage im Nest.9
 

Besonderheiten:

Der weiße Nackenfleck am Kopf macht die Tannenmeise, die hin und wieder für eine Kohlmeise gehalten wird, unverwechselbar.
 

Interessantes:

Die Tannenmeise nutzt Futterstellen gerne zur Aufstockung ihrer Nahrungsdepots. So ist sie durchaus dabei zu beobachten, wie sie Samen von der Futterstelle mitnimmt, um sie im Außenbereich dichter Nadelbaumzweige zu verstecken.10 Der Vorteil dabei: Nur wenige Vögel suchen im Außenbereich von dünnen Zweigen nach Nahrung, da diese sehr beweglich sind und daher besondere Anforderungen an Körpergewicht und/oder Körperbau der Vögel stellen.
 

Nutzen für den Naturgarten:

Insektenregulierung

Brutart:

Höhlenbrüter
 

Passende Nistkastenart:

Nisthöhle mit Fluglochweite 27-28 mm11
 

Das hilft der Tannenmeise:

Erhalt von Fichten und Tannen, insektenfreundliche Bepflanzung, Futterstelle mit Sonnenblumenkernen, Erdnüssen und Fettfutterprodukten (gerne in der Nähe von Nadelbäumen).
 

Das schadet der Tannenmeise:

Pestizide
 

Auszeichnungen:

/
 

Persönliche Anmerkungen:

Die Tannenmeise kann auf den ersten Blick tatsächlich mit der Kohlmeise verwechselt werden. Jedoch hilft der weiße Nackenfleck am Kopf zweifelsfrei bei der Bestimmung.

Auffällig ist die geringe Scheu der Tannenmeise. Solange man sich ruhig bewegt, lässt sie sich bei ihrer Futtersuche (beispielsweise an der Futterstelle) kaum stören. Fluchtdistanzen von unter einem Meter sind daher keine Seltenheit.

Gibt es in Gartennähe einen ausreichend großen Bestand der Tannenmeise, so kommt der hübsche kleine Vogel in der Regel gerne an vorhandene Futterstellen. Dies natürlich umso lieber, wenn sich in deren Nähe Nadelbäume befinden.

 

Literaturhinweise

BERTHOLD/MOHR: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2004, 2008, 2013.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

HUME, ROB: Vögel in Europa, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2002, 2007, 2010, 2013, 2016.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BEZZEL (1996), S. 454. []
  2. Vgl. BURTON 82004, 2008, 2013), S. 185. []
  3. STICHMANN (2005), S. 82/4. []
  4. HUME (2016), S. 277. []
  5. Vgl. BEZZEL ((1996), S. 454. []
  6. Vgl. STICHMANN (2005), S. 82/4. []
  7. HUME (2016), S. 277. []
  8. Vgl. BEZZEL (1996), S. 454. []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 454. []
  10. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 46. []
  11. Vgl. BEZZEL (1996), S. 454. []