Das Sommergoldhähnchen ist ein winziger Vogel, der sich aufgrund seiner flinken und geschickten Bewegungen durch die Zweige recht schwer beobachten lässt.

Sommergoldhähnchen Steckbrief

    • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
    • Familie: Goldhähnchen (Regulidae)
    • Wissenschaftlicher Name: Regulus ignicapilla
    • Englischer Name: Firecrest
    • Französischer Name: Roitelet à triple-bandeau
    • Weitere Namen: /
    • Aussehen:  Olivgrüne Oberseite, helle Unterseite, gelber bzw. orangener Scheitelstreif, weißer Überaugenstreif und dunkler Strich durchs Auge.1
    • Größe/Länge:  9 cm2
    • Spannweite: 13-16 cm3
    • Gewicht:  5-7 g4
    • Vorkommen: Brutvogel in Europa, Nordwestafrika und Kleinasien (in einigen Gebieten fehlend).5
    • Lebensraum: Nadel-, Mischwälder und Parks. Im Vergleich zum Wintergoldhähnchen weniger stark an Nadelbäume gebunden.6
    • Lebenserwartung:  2-3 Jahre7
    • Bevorzugte Speisen: Kleine Insekten.8
    • Fressfeinde:  Rabenvögel, Marder
    • Beobachtungszeitraum: Ganzjährig.9
    • Zugverhalten: Standvogel/Kurzstreckenzieher10
    • Brutzeit: Mitte April bis Mitte Juli.11
  • Anzahl Brutpaare Deutschland: Mehr als 500 000.12
  • Gefährdet durch: Gefahren auf dem Weg vom/ins Winterquartier
  • Gefährdungsgrad: Nicht gefährdet.13

Lebensweise/Fortpflanzung:

Das Sommergoldhähnchen legt sein Nest in einer Astgabel oder zwischen kleineren Ästen aufgehängt an. Ab Mai legt es dort 8-10 weiße Eier mit feinen bräunlichen Flecken, die 14-17 Tage bebrütet werden. Die Jungen werden weitere 18-21 Tage von den Elterntieren gefüttert.14

Besonderheiten:

Das Sommergoldhähnchen tendiert im Vergleich zum Wintergoldhähnchen stärker dazu, Mitteleuropa im Winter den Rücken zu kehren. So überwintern die meisten Sommergoldhähnchen im Mittelmeergebiet.15
Es gibt jedoch auch einige Sommergoldhähnchen, die bei uns überwintern, vor allem in Südwestdeutschland.16

Interessantes:

Das Sommergoldhähnchen baut ein so genanntes Hängenest, welches ausgesprochen robust ist. Diese Robustheit entsteht hauptsächlich dadurch, dass das Goldhähnchen beim Bau einen hohen Anteil an Spinnstoff verwendet, den es von Eierkokons von Spinnen sowie den Gespinsten einiger Raupen entnimmt. Zusammen mit Moosen und Flechten entsteht so ein Gebilde, dessen Wärmeisolation hervorragend ist und in dem die Nestmulde selbst bei starkem Regen trocken bleibt.17

Nutzen für den Naturgarten:

Insektenregulierung

Das hilft dem Sommergoldhähnchen:

Futterstelle mit hochwertiger Fettfuttermischung, die zum Anlocken beispielsweise in Zweige oder Baumrinde gestrichen werden kann.** Goldhähnchen nehmen am liebsten kleine Partikel auf. Sie verzehren zum Beispiel gerne winzige Teilchen von Fettfutter oder Meisenknödeln, die sich durch die Bearbeitung der Futterstelle mittels anderer Vögel lösen und auf darunter befindliche Zweige fallen.18

** Anmerkung: Das wiederholte Aufstreichen von Fettfutter in Zweige oder Rinde kann dazu führen, dass die Farbe dieser Baumteile dauerhaft verändert bleibt.

Das schadet dem Sommergoldhähnchen:

Pestizide

Auszeichnungen:

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Persönliche Anmerkungen:

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Literaturhinweise

BALZARI, CARL‘ ANTONIO | GRAF, ROLAND | GRIESOHN-PFLIEGER, THOMAS | GYGAX, ANDREAS | LÜCKE, ROBERT: Vogelarten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz – Singvögel, Bern, Haupt Verlag (2013).

BERTHOLD/MOHR: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

HUME, ROB: Vögel in Europa, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2002, 2007, 2010, 2013, 2016.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

  1. Vgl. BEZZEL (1996), S. 439. []
  2. STICHMANN (2005), S. 86/2. []
  3. Vgl. BALZARI | GRAF | GRIESOHN-PFLIEGER | GYGAX | LÜCKE (2013), S. 125. []
  4. HUME (2016), S. 324. []
  5. Vgl. BEZZEL (1996), S. 439. []
  6. Vgl. STICHMANN (2005), S. 86/2. []
  7. HUME (2016), S. 324. []
  8. BEZZEL (1996), S. 439. []
  9. Vgl. BALZARI | GRAF | GRIESOHN-PFLIEGER | GYGAX | LÜCKE (2013), S. 125. []
  10. Vgl. BALZARI | GRAF | GRIESOHN-PFLIEGER | GYGAX | LÜCKE (2013), S. 125. []
  11. Vgl. BALZARI | GRAF | GRIESOHN-PFLIEGER | GYGAX | LÜCKE (2013), S. 125. []
  12. Vgl. BALZARI | GRAF | GRIESOHN-PFLIEGER | GYGAX | LÜCKE (2013), S. 125. []
  13. Vgl. BALZARI | GRAF | GRIESOHN-PFLIEGER | GYGAX | LÜCKE (2013), S. 125. []
  14. Vgl. BEZZEL (1996), S. 439. []
  15. Vgl. STICHMANN (2005), S. 86/2. []
  16. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 47. []
  17. Vgl. BEZZEL (1996), S. 439. []
  18. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 47. []