Haubenmeise (Lophophanes cristatus)

Die Haubenmeise ist einem Garten mit Fichten oder Kiefern in der Nähe ein recht häufiger Gast und durch ihre auffallende Haube unverwechselbar.

Haubenmeise Steckbrief

  • Aussehen: Graubrauner Körper, schwarz-weiß gemusterte Haube, schwarz umrahmtes Gesichtsfeld.1
  • Größe/Länge:  12 cm2
  • Gewicht:  10-13 g3
  • Vorkommen: Nadelwälder, Mischwälder sowie koniferenreiche Parks und Gärten.4
  • Lebensraum: Eurasien (in einigen Gebieten fehlend)
  • Lebenserwartung:  2-3 Jahre5
  • Bevorzugte Speisen: Insekten, Kleintiere, kleine Sämereien.6
  • Fressfeinde:  Greifvögel, Rabenvögel, Marder, Katzen
  • Gefährdet durch: Ausräumung von Alt-/Totholz in Wäldern, Waldsterben (v.a. Fichten und Kiefern)

 

Lebensweise/Fortpflanzung:

Die Haubenmeise zimmert sich ihre Nisthöhle in vermoderten/abgestorbenen Bäumen selbst. Ab Mitte März legt sie 5-9 weißliche Eier, die fein rötlich gezeichnet sind. Die Eier werden 15-18 Tage bebrütet und die Jungen bleiben 18-21 Tage im Nest.7

 

Besonderheiten:

Die Haubenmeise lässt sich ebenso wie die Sumpfmeise häufiger dabei beobachten, wie sie Samen in Rindenspalten von Bäumen versteckt.8

 

Interessantes:

Die Auswirkungen der Vogelfütterung wurde in einem Versuch am Beispiel der Haubenmeise sowie der Weidenmeise dokumentiert. Hierbei wurden Vögel dieser Arten von Ende Februar bis Juni mit einem Gemisch aus Sonnenblumenkernen, Fettfutter, Mineralsalzen und Vitaminen gefüttert.

Es zeigte sich, dass die gefütterten Weibchen beider Arten früher als die Weibchen der (ungefütterten) Kontrollgruppe mit der Eiablage begannen. Diese frühere Eiablage führt dazu, dass den Altvögeln mehr Zeit zur Erholung vor dem nahenden Winter bleibt und die Jungvögel vor eben diesem mehr Erfahrungen sammeln können, was ihre Überlebensrate vermutlich positiv beeinflusst. Zudem waren die Nestlinge der gefütterten Haubenmeisen schwerer und somit besser genährt. Weiterhin zeigten die gefütterten Vögel beider Arten eine höhere Bereitschaft zu einer Zweitbrut, was bei ausreichend vorhandenen Nahrungsquellen positive Auswirkungen auf ihre Nachkommenschaft hat.9
 

Nutzen für den Naturgarten:

Insektenregulierung
 

Brutart:

Höhlenbrüter
 

Passende Nistkastenart:

Nisthöhle mit Fluglochweite 27 mm (3 runde Einfluglöcher)
Nisthöhle mit Fluglochweite 3 x 45 mm (ovales Einflugloch) (bei geringem Nistkastenangebot hier Gefahr der Vertreibung durch Kleiber und Kohlmeise).10
 

Nistmaterial:

Vorwiegend dunkelgrüne Baummoose wie Zypressenmoos eventuell mit Anhaftungen von Fichtenschuppen, Fichtennadeln und Flechtenteilen, des Weiteren Rehhaare und mitunter einige weiche Federn bevorzugt vom Waldkauz. Hin und wieder Auspolsterung der Nestmulde mit Spinneneiernestwolle.11
 

Das hilft der Haubenmeise:

Erhalt von Alt-/Totholz sofern gefahrlos möglich, Futterstelle mit Fettfuttermischungen (gerne auch in Baumrinde gestrichen)12
 

Das schadet der Haubenmeise:

Pestizide
 

Auszeichnungen:

/
 

Persönliche Anmerkungen:

Die Haubenmeise ist ein recht zutraulicher Vogel, der sich gerade an der Futterstelle sehr gut beobachten lässt. Durch ihre auffallende Haube ist sie zudem unverwechselbar. An der Futterstelle nimmt sie neben verschiedenen Fettfutterprodukten auch gerne Sonnenblumenkerne auf und besucht den Erdnussspender.

 

Literaturhinweise

BERTHOLD/MOHR: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

HENZE, OTTO | GEPP, JOHANNES: Vogelnistkästen in Garten & Wald, Graz, Leopold Stocker Verlag, 2004.

HUME, ROB: Vögel in Europa, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2002, 2007, 2010, 2013, 2016.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 46. []
  2. STICHMANN (2005), S. 82/5. []
  3. HUME (2016), S. 276. []
  4. Vgl. STICHMANN (2005), S. 82/5. []
  5. HUME (2016), S. 276. []
  6. Vgl. BEZZEL (1996), S. 452. []
  7. Vgl. BEZZEL (1996), S. 452. []
  8. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S.46. []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 452-453. []
  10. Vgl. HENZE/GEPP (2004), S. 98. []
  11. Vgl. HENZE/GEPP (2004), S. 98. []
  12. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 47. []