Waldohreule (Asio otus)

Die Waldohreule mit ihren charakteristischen Federohren gehört zu den häufigsten Eulen in Mitteleuropa. 

  • Aussehen: Etwas kleiner als der Waldkauz mit typischen langen Federohren und gelblich braunem Gefieder, welches dunklere Striche aufweist.1 Leuchtend orangefarbene Augen.2
  • Größe/Länge: 35 cm3
  • Gewicht: 300 g4
  • Vorkommen: Brutvogel von Europa bis Ostasien und in Nordamerika.5
  • Lebensraum: Verbreitet in der mit Wald durchsetzten Kulturlandschaft […].6 Jagt vorwiegend im offenen Gelände.7
  • Lebenserwartung: 27 Jahre, 9 Monate (Höchstalter eines beringten Vogels; durchschnittliche Lebenserwartung deutlich geringer (EURING))8
  • Bevorzugte Speisen: Wühlmäuse (zu über 80%), aber unter anderem auch Kleinvögel, Insekten, Reptilien, Amphibien, Würmer.9
  • Fressfeinde: Uhu, Habicht10, Marder11
  • Gefährdet durch: Intensivierung der Landwirtschaft und damit verbundener Rückgang von Versteck- und Nistplätzen sowie erschwerte Nahrungssuche,12 Schwankungen im Nahrungsangebot (Mäuse!),13 „Ausschießen“ von Krähen- und Elstern14

 

Lebensweise: Die Waldohreule ist dämmerungs- und nachtaktiv, setzt ihre Jagd jedoch mitunter auch tagsüber fort, zum Beispiel dann, wenn hungrige Jungen zu füttern sind.15

Ihre Jagd unterteilt sie in zwei Aktivitätsphasen: eine (2-3 Stunden lang) beginnt kurz nach Einbruch der Dämmerung, während die zweite (ebenfalls 2-3 Stunden) sich bis in die Morgendämmerung erstreckt. Zwischen diesen beiden Jagdetappen liegt eine längere Ruhepause. Die Jagd an sich erfolgt entweder aus dem geräuschlosen Flug heraus oder über die so genannte Ansitzjagd.16

Die Waldohreule brütet in kleinen Baumgruppen, Feldgehölzen und Windschutzstreifen, sowie auch in Einzelbäumen. Im Inneren von dichten geschlossenen Wäldern tritt sie jedoch nicht auf. Als Gelege nutzt sie Nester von Krähen und Elstern, aber auch von Greifvögeln, Tauben und die Kobel von Eichhörnchen. Ihre meist 4-5 Eier kann sie ab Anfang März legen, wenn günstige Bedingungen (Nahrung) herrschen, oft findet der Legebeginn jedoch erst im April statt oder fällt bei schlechtem Nahrungsangebot ganz aus. Nach einer Brutzeit von 27-28 Tagen dauert es circa weitere 20 Tage, bis die Jungen das Nest verlassen, allerdings sind sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht flugfähig und halten sich in den Zweigen auf. Ab 33-35 Tagen erlangen die Jungen die volle Flugfähigkeit,17 werden aber noch für einige Zeit von den Elterntieren gefüttert.

 

Besonderheiten: Den Tag verbringt die Waldohreule meistens in Stammnähe von niedrigen Nadelbäumen ruhend. Im Winter lassen sich häufig Schlafgemeinschaften aus 20, 30 und sogar noch mehr Tieren beobachten.18

 

Interessantes: Eine einzige Waldohreule verzehrt rund 1000 Mäuse im Jahr und hierbei ist die erforderliche Nahrung für die Jungen noch nicht einmal mit eingerechnet.19
Der Grund, warum die Waldohreule imstande ist, fast geräuschlos zu fliegen, ist in ihren samtweichen Federn und in der Zähnelung der Schwungfedern am Flügelvorderrand zu finden, wodurch Luftwirbel vermieden werden.20

 

Nutzen für den Naturgarten: Aufgrund ihrer Vorliebe für Wühlmäuse kann die Waldohreule bei der Bekämpfung von Mäuseplagen eine wichtige Rolle einnehmen.

 

Das hilft der Waldohreule: Erhaltung von Krähen- und Elsternnestern, Anbringen von Kunsthorsten, Erhaltung von traditionell genutzten Gemeinschaftsschlafbäumen, Schutz und Neuanlage von Feldgehölzen.21 Abdecken von offenen Bodenbereichen in der Nähe der Schlafbäume der Waldohreule mit Stroh und Dreschabfällen, so dass sich dort vermehrt Mäuse aufhalten.22

 

Das schadet der Waldohreule: Entfernen von Krähen- und Elsternnestern sowie alle Maßnahmen, die zu einem Rückgang von Versteck- und Nistplätzen und einem schwindenden Nahrungsangebot führen.

 

Auszeichnungen: Die Waldohreule ist „Vogel des Jahres 2014“ (Schweiz).23

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

 

Literaturhinweise

BERTHOLD, PETER / MOHR; GABRIELE: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley-Verlag, 2004, 2008, 2013.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl.BURTON (2004, 2008, 2013), S. 143. []
  2. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 143. []
  3. STICHMANN (2005), S. 174/2. []
  4. URL: http://www.waldwissen.net/wald/tiere/voegel/wsl_waldohreule/index_DE []
  5. BEZZEL (1996), S. 316. []
  6. STICHMANN (2005), S. 174/2. []
  7. BEZZEL (1996), S. 316. []
  8. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/waldohreule.html []
  9. URL: http://www.bund-naturschutz.de/themen/artenbiotopschutz/artbeschreibungen/waldohreule.html []
  10. URL: http://www.waldwissen.net/wald/tiere/voegel/wsl_waldohreule/index_DE []
  11. URL: http://www.bund-naturschutz.de/themen/artenbiotopschutz/artbeschreibungen/waldohreule.html []
  12. URL: http://www.waldwissen.net/wald/tiere/voegel/wsl_waldohreule/index_DE []
  13. Vgl. BEZZEL (1996), S. 316. []
  14. Vgl. BEZZEL (1996), S. 317. []
  15. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 143. []
  16. URL: http://www.bund-naturschutz.de/themen/artenbiotopschutz/artbeschreibungen/waldohreule.html []
  17. Vgl. BEZZEL (1996), S. 317. []
  18. Vgl. STICHMANN (2005), S. 174/2. []
  19. URL: http://www.waldwissen.net/wald/tiere/voegel/wsl_waldohreule/index_DE []
  20. URL: http://www.waldwissen.net/wald/tiere/voegel/wsl_waldohreule/index_DE []
  21. URL: http://www.nabu-cuxhaven.de/projekte-artenschutz-und-artenerfassung/eulenschutz/waldohreule/ []
  22. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 74. []
  23. URL: http://www.birdlife.ch/de/content/vogel-des-jahres-2014-waldohreule []