Waldkauz (Strix aluco)

Der Waldkauz ist eine Eulenart, die in vielen Teilen Europas häufig ist, aufgrund ihrer Nachtaktivität jedoch selten gesehen wird.

  • Aussehen: Großer rundlicher Kopf mit Gesichtsschleier, einer Brille ähnlich sehend.1 Keine Federohren, dafür unterschiedliche, rindenähnliche Färbung mit kräftiger dunkler Längsstreifung.2
  • Größe/Länge: 38 cm3
  • Gewicht: 440 – 560 g4
  • Vorkommen: Europa bis Westsibirien und Iran sowie in Südostasien bis einschließlich Korea, China und Taiwan.5
  • Lebensraum: Vor allem in Altholzbeständen, auch in größeren Gärten und Parks.6 Häufig auch als Brutvogel mitten in Großstädten.7
  • Lebenserwartung: Bis zu 18 Jahre,8 meist aber deutlich kürzer.
  • Bevorzugte Speisen: Kleinsäuger (vor allem Mäuse), Vögel (weniger zahlreich), Amphibien sowie Insekten und Regenwürmer (untergeordnete Rolle der beiden letzteren).9
  • Fressfeinde: Uhu, Habicht, Marder, Katze.10
  • Gefährdet durch: Straßenverkehr, Stromleitungen, mangelnde Altholzbestände, Störungen an Brutplätzen.

 

Lebensweise: Der Waldkauz ist fast ausschließlich nachtaktiv. Tagsüber zieht sich der Waldkauz vor allem im Winter, wenn der Schutz der Blätter in den Bäumen fehlt, gerne in Baumhöhlen, alte Gemäuer und unter Dachvorsprünge zurück.11 Hierdurch kann er den Attacken und Warnrufen mancher Singvögel, die ihn sofort verraten, wenn sie ihn tagsüber entdecken, am besten entgehen.12 Dieses Verhalten (bei dem Vögel sich gegenüber Eulen zum Beispiel aggressiv verhalten) wird auch als „hassen“ bezeichnet.

Der Waldkauz brütet in Höhlen, aber auch in Mauerlöchern und Dachböden. Das Gelege besteht aus meist 3-5 weißen Eiern, die circa 30 Tage bebrütet werden. Wenn die Jungen im Alter von 30-35 Tagen das Nest verlassen, können sie noch nicht fliegen und halten sich auf den Ästen in der Umgebung auf. Die Selbstständigkeit tritt mit etwa zweieinhalb Monaten ein, wobei sie in einem Alter von 7 Wochen bereits flugfähig sind.13

 

Besonderheiten:  Anhand der Gewölle lässt sich recht gut bestimmen, welche Nahrung der Waldkauz aufgenommen hat. Die Gewölle enthalten unverdauliche Bestandteile der Nahrung wie Knochen, Federn etc., die der Waldkauz regelmäßig herauswürgt. Allerdings darf der Analyse von Gewöllen nicht zuviel Bedeutung beigemessen werden, da die Verdauung von Knochenresten beim Waldkauz zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich stark sein kann und auch davon abhängt, ob es sich bei dem Waldkauz um ein Jung- oder Alttier handelt.14

 

Interessantes: Der bekannte Ruf des Waldkauzes („hu-hu-huuu“)15 ist in Film und Fernsehen bei nächtlichen schaurigen Szenerien das bevorzugte Begleitgeräusch16.

 

Nutzen für den Naturgarten: Regulierende Wirkung auf Mäusepopulationen

 

Das nutzt dem Waldkauz: Ausreichende Altholzbestände und reich strukturierte Landschaften, geeignete Nistkästen, Unterschlüpfe an Häusern und Scheunen

 

Das schadet dem Waldkauz: Zerstörung von Altholzbeständen, Pestizide

 

Auszeichnungen: /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

 

Literaturhinweise

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley-Verlag, 2004, 2008, 2013.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 144. []
  2. Vgl. BEZZEL (1996), S. 312. []
  3. STICHMANN (2005), S. 176/2. []
  4. URL: http://www.herz-fuer-tiere.de/ratgeber-tier/wildlife/wildtier-lexikon/w/waldkauz.html []
  5. BEZZEL (1996), S. 312. []
  6. Vgl. STICHMANN (2005), S. 176/2. []
  7. BEZZEL (1996), S. 312. []
  8. URL: http://www.stiftungsland.de/stiftungs-land/tiere-im-stiftungsland/voegel/waldkauz/ []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 312. []
  10. URL: http://www.tierforscher.ch/pdf/Waldkauz_Dokumentation_Tierforscher.ch.pdf []
  11. URL: http://www.tierforscher.ch/pdf/Waldkauz_Dokumentation_Tierforscher.ch.pdf []
  12. Vgl. STICHMANN (2005), S. 176/2. []
  13. Vgl. BEZZEL (1996), S. 312. []
  14. Vgl. BEZZEL (1996), S. 313. []
  15. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013, S. 144. []
  16. Vgl. STICHMANN (2005), S. 176/2. []