Waldbaumläufer (Certhia familiaris)

Der Waldbaumläufer lässt sich von seiner Zwillingsart, dem Gartenbaumläufer, optisch kaum unterscheiden. Die Bestimmung erfolgt daher am besten mittels Ruf und Gesang.

  • Aussehen:  Oberseite braun und rahmfarben gezeichnet, Unterseite weiß, weißgrauer Überaugenstreif, rostfarben getönter Bürzel, gebogener Schnabel.1
  • Größe/Länge:  13 cm2
  • Gewicht:  8-12 g3
  • Vorkommen: Brutvogel in Europa (in manchen Teilen fehlend) über den Waldgürtel Asiens bis nach Ostasien.4
  • Lebensraum: Sowohl Laub- als auch Nadelwälder, im Bergland stärker verbreitet.5
  • Lebenserwartung:  /
  • Bevorzugte Speisen: Insekten und andere Kleintiere sowie pflanzliches Material wie beispielsweise kleine Sämereien.6
  • Fressfeinde: Marder
  • Gefährdet durch: Verlust borkiger Bäume

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Der Waldbaumläufer legt sein Nest in Baum- und Rindenspalten an. Dort legt er ab April 5-7 weiße Eier mit bräunlicher und roter Sprenkelung und Punktierung, die er circa 14-15 Tage bebrütet. Die Jungen werden im Anschluss daran 14-16 Tage im Nest gefüttert.7

 

Besonderheiten:  Beim Klettern an Baumstämmen hüpft der Waldbaumläufer stets nur aufwärts, weshalb er in der Regel den Fuß eines Baumes anfliegt und sich von dort nach oben vorarbeitet. Seinen recht langen Schwanz benutzt er – ähnlich wie ein Specht – beim Klettern als Stütze.8

 

Interessantes:  Der Waldbaumläufer hält sich meist in größeren und geschlosseneren Baumbeständen als der Gartenbaumläufer auf. Auch ist er in Gärten und nahe von Häusern deutlich seltener als der Gartenbaumläufer anzutreffen.9

 

Nutzen für den Naturgarten:  Insektenfresser

 

Das hilft dem Waldbaumläufer:  Erhalt borkiger Bäume, Anbringen von speziellen Nistkästen. Einrichtung von Futterstellen mit Fettfutter10 und Sämereien11. Er lässt sich vor allem dann gut an Futterstellen gewöhnen, wenn sie vom Bergwald aus gut zu erreichen sind.12

 

Das schadet dem Waldbaumläufer:  Biozide

 

Auszeichnungen:  /

 

Persönliche Anmerkungen: In größeren Zeitabständen ist auch bei uns im Garten ein Baumläufer zu sehen. Im diesem Jahr konnte ich ihn zweimal kurz beobachten: Einmal in typischer Manier beim Klettern an einem Baum. Das zweite Mal sehr kurz und eher ungewöhnlich auf der Terrasse. Ob es sich hierbei um einen Waldbaumläufer oder doch um einen Gartenbaumläufer handelte, kann ich nicht sagen, da ich ihn nicht rufen hörte, sondern nur sah.
Als Folge dieser Begegnung hängt seit Sommer 2016 nun auch ein spezieller Nistkasten für Baumläufer bei uns im Naturgarten.

 

Literaturhinweise

BERTHOLD/MOHR: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2004, 2008, 2013.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BEZZEL (1996), S. 463. []
  2. STICHMANN (2005), S. 86/5. []
  3. Schweizerische Vogelwarte Sempach. Waldbaumläufer. Stand: 13.10.16. http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/waldbaumlaeufer.html []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S. 463. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 86/5. []
  6. Vgl. BEZZEL (1996), S. 463. []
  7. Vgl. BEZZEL (1996), S. 463. []
  8. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 192. []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 463. []
  10. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 59. []
  11. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 192. []
  12. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 59. []