Türkentaube (Streptopelia decaocto)

Die Türkentaube ist unter anderem durch ihre innerhalb weniger Jahrzehnte stattgefundene rasante Ausbreitung in Europa bekannt geworden.

  • Aussehen: Blassgrau und beige, dunklere Flügel, rosa Hauch auf Gesicht, Hals und Brust, schwarz-weißer Halsring.1
  • Größe/Länge: 28 cm2
  • Gewicht: 150-225 g3
  • Vorkommen: Von Vorderasien bis über fast ganz Europa.4
  • Lebensraum: Städte, Dörfer.5
  • Lebenserwartung: 17 Jahre, 9 Monate (Höchstalter eines beringten Vogels; durchschnittliche Lebenserwartung deutlich geringer (EURING)).6
  • Bevorzugte Speisen: Früchte und Samen von Gräsern, auch grüne Keimlinge und Beeren.7 Körnerfutter verschiedenster Art.8
  • Fressfeinde: Greifvögel, Marder
  • Gefährdet durch: Jagd, Krankeiten

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Die Türkentaube legt ein flaches, einfaches Nest auf Bäumen, aber auch an Häusern an, in das sie meist von März/April bis August/September 2 weiße Eier legt (vereinzelt auch Winterbruten möglich). Die Brutdauer beträgt rund 13-14 Tage und die Jungen bleiben 16-19 Tage im Nest.9

 

Besonderheiten: Die Türkentaube hebt – ebenso wie andere Tauben – beim Trinken den Kopf nicht, sondern saugt das Wasser hoch.10

 

Interessantes: Türkentauben können sehr erfinderisch sein, wenn es darum geht, ihre Brut zu schützen. Im Zuge dessen täuschen sie durch Humpeln oder ungelenkes Flattern über den Boden sogar eine Verletzung vor, um Räuber von ihrem Nest wegzulocken.11

 

Nutzen für den Naturgarten: /

 

Das hilft der Türkentaube: Die Türkentaube taucht oft in Gruppen an Futterstellen auf.12 (Wichtigen Hinweis unten bitte beachten). Unterstützung beim Bau/Erhalt von sogenannten Taubentürmen. Hier werden die Tiere versorgt und eine Dezimierung des Taubenbestandes in Städten durch Ersetzen von gelegten Eiern mittels Kunsteiern erreicht. Auch wenn die Türkentaube keine Haus- beziehungsweise Straßentaube ist, so hat sie sich doch in vielen Städten angesiedelt. Daher betreffen auch sie Maßnahmen, die zur Bestandsdezimierung/Vergrämung eingesetzt werden.

 

Das schadet der Türkentaube: Ungeeignetes Futter, verunreinigtes Futter, diverse Vergrämungsmaßnahmen

 

Auszeichnungen: /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

Wichtiger Hinweis: Vielerorts wurden Fütterungsverbote für Tauben erlassen, welche auch die Fütterung von Wildtauben beinhalten können. Am besten erkundigen Sie sich bei den zuständigen Behörden diesbezüglich, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.  

 

Literaturhinweise

BERTHOLD, PETER / MOHR; GABRIELE: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley-Verlag, 2004, 2008, 2013.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 136-137. []
  2. STICHMANN (2005), S. 164/5. []
  3. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/tuerkentaube.html []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S. 294. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 164/5. []
  6. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/tuerkentaube.html []
  7. BEZZEL (1996), S. 294. []
  8. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 63. []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 294. []
  10. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 136. []
  11. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 137. []
  12. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S.63. []