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Tierfindlinge

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWenn dein Garten mit der Zeit immer attraktiver für die verschiedensten Tierarten wird und diese sich zunehmend in deinem Garten aufhalten, dann steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass du eines Tages einen kleinen (oder großen) Tierfindling in deinem Garten entdecken wirst.
Sei es ein aus dem Nest gefallener Vogel, ein von der Katze verletztes Spitzmäuschen, ein paar junge Eichhörnchen, ein kleiner Igel, der mitten im Winter noch draußen umherirrt, einen durch den strengen Winter geschwächten Mäusebussard oder oder oder.
Die Tierart mag variieren, eines bleibt jedoch immer gleich wichtig:
Zum Wohle des Tieres ist es wichtig, schnell die richtige Entscheidung zu treffen!
 

Hilfreiche Links für den Notfall

Und die richtige Entscheidung kann in vielen Situationen gerade für Laien sehr schwer zu fällen sein, da es keine allgemein gültige Regel gibt, die du immer befolgen kannst. Manchmal kann es richtig sein, ein gefundenes Jungtier unter genauer Beobachtung noch alleine zu lassen, um zu sehen, ob es nicht vielleicht doch noch von den Elterntieren versorgt wird, während in anderen Situationen – und natürlich abhängig von der Tierart – schnellstes Eingreifen gefragt ist.

Mäusebussard aus BachDiesen Mäusebussard in der Abbildung rechts habe ich zum Beispiel im Winter aus einem Bach gezogen, da er mit gespreizten Flügeln rücklings auf dem Wasser trieb. In diesem Fall stand meine Entscheidung schnell fest: Rein in den Bach, dem armen Kerl einen Arm (dank Winterjacke gut gepolstert) hingestreckt und ihn mit dem anderen unter dem Rücken nach oben aus dem Wasser gedrückt. Da der Unglückspilz gut kooperierte und mit den Krallen kräftig zupackte, mussten wir uns nicht allzu lange im kalten Wasser aufhalten. Abgesehen davon, dass wir beide etwas nass wurden, hat also alles prima geklappt. Der Mäusebussard wurde danach übrigens tierärztlich versorgt und in der Wildvogel-Pflegestation Kirchwald e.V. aufgepäppelt. Ein, zwei Wochen später haben wir ihn wieder abgeholt und gesund bei uns in die Freiheit entlassen.

Da du kompetente Ansprechpartner im Notfall aufgrund von Öffnungszeiten etc. eventuell nicht immer sofort erreichst, gibt es glücklicherweise einige gute Seiten im Internet, die dir in einem Notfall weiterhelfen können. Damit du im Falle des Falles nicht lange suchen musst, findest due hier eine Liste mit Links zum Thema Tierfindlinge, von denen einige auch mir und meinen Schützlingen bereits gute Dienste geleistet haben.

Solltest du vollkommener Laie sein und in deiner Nähe eine gute und professionelle Auffangstation für Wildtiere haben, dann würde ich dir empfehlen, deinen Tierfindling – nach Absprache mit den Verantwortlichen natürlich – dorthin zu bringen.
 

Ehrliche Bestandsaufnahme ist notwendig

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Aufziehen von Tierfindlingen eine extrem herausfordernde Zeit ist, die viel von den Pflegeeltern verlangt. Mitunter so viel, dass dies nur unter bestimmten Umständen realisierbar ist. Auch muss man darauf vorbereitet sein, dass alle Hingabe umsonst sein kann, wenn der kleine Findling die Pflegezeit nicht überlebt. Unterschätz nicht die Tatsache, wie sehr dir ein Tierfindling ans Herz wachsen kann.
Doch die wichtigste Frage, die du dir selbst stellen solltest, bleibt in meinen Augen:
Habe ich genug Wissen bzw.  gute Wissensquellen, um die Bedürfnisse dieses kleinen Wesens für die nächsten Tage und Wochen decken zu können und verfüge ich über die notwendigen Ressourcen?

Wenn du diese Frage mit Ja beantworten kannst und es keine bessere Lösung für das Tier gibt, ist es mit Sicherheit besser, einen Versuch zu wagen anstatt ein hilfloses Tier seinem Schicksal zu überlassen. Manchmal wächst man einfach in eine solche Aufgabe hinein.

Bei allen Überlegungen möchte ich natürlich auch nicht verschweigen, dass eine Pflegschaft nicht nur Belastungen mit sich bringt, sondern ihre ganz eigenen erfüllenden Momente … spätestens dann wenn sich die Tür für den kleinen Findling wieder öffnet und er nach erfolgreicher Auswilderung zurück nach Hause in die Natur darf, haben sich die Mühen mehr als gelohnt.