Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes)

Der Tannenhäher gehört zur Familie der Rabenvögel und lebt vorwiegend in Gebieten, die reich an Nadelwäldern sind.

  • Aussehen:  Dunkel schokoladenfarben, Flügel und Schwanz schwarz (Schwanz mit weißer Endbinde), Körper mit weißen tropfenartigen Flecken übersät (nicht am Oberkopf und Nacken).1
  • Größe/Länge:  32 cm2
  • Gewicht:  160-250 g3
  • Vorkommen: Als Brutvogel in den Alpen verbreitet; in den höheren Mittelgebirgen nur zerstreut.4
  • Lebensraum: Vorzugsweise in zirbelkiefernreichen Nadelwäldern. Im Winter auch in der Ebene sowie in Gärten und Parks.5
  • Lebenserwartung:  /
  • Bevorzugte Speisen: Vor allem Sämereien, bevorzugt Arve [Zirbelkiefer], Bergkiefer, Haselnüsse, ferner Walnuss, Eiche, Buche, Kastanie. Darüber hinaus Früchte, Beeren sowie im Sommer Insekten und andere Kleintiere.6
  • Fressfeinde: Greifvögel, Marder
  • Gefährdet durch: Menschliche Verfolgung

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Der Tannenhäher legt sein Nest meist gut versteckt in Nadelbäumen an. Ab März legt er 3-5 Eier mit weißlichem oder grünlich-blauem Grund, die fein olivbraun und grau gezeichnet sind und bebrütet diese circa 17-19 Tage. Die Jungen bleiben etwa 23-25 Tage im Nest und auch nach dem Ausfliegen noch wochenlang in der Nähe der Elterntiere.7

 

Besonderheiten:  Der Tannenhäher kann bis zu 100 Kerne der Arve in seinem Kehlsack transportieren und legt pro Jahr rund 10.000 Verstecke an.8 In der Schweiz wurde festgestellt, dass der Tannenhäher in einem Jahr zwischen 47.000 und 100.000 Nüsse versteckte, wobei der erstere Wert ein Jahr mit schlechter Ernte und der letztere Wert ein Jahr mittlerer Ernte repräsentiert.9

 

Interessantes:  In Gebieten, in denen keine Zirbelkiefern vorkommen, sammelt der Tannenhäher im Herbst Haselnüsse. Die Früchte transportiert er ebenso wie der Eichelhäher in seinem Kehlsack. So verstaut, bringt der Tannenhäher die Früchte vom Tal bis in die Bergwälder, wo er sie als Wintervorrat vergräbt.10

 

Nutzen für den Naturgarten:  Der Tannenhäher ist für die Ausbreitung von Waldbäumen, allen voran der Zirbelkiefer, wichtig, die er durch das Verstecken von Koniferensamen fördert. Er nimmt daher eine ähnliche Rolle wie der Eichelhäher ein.11

 

Das hilft dem Tannenhäher:  Futterstellen. Nach etwas Eingewöhnung zeigt der Tannenhäher sich hier hier deutlich weniger scheu als der Eichelhäher.12

 

Das schadet dem Tannenhäher:  Biozide

 

Auszeichnungen:  /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

Literaturhinweise

BERTHOLD/MOHR: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BEZZEL (1996), S. 476. []
  2. STICHMANN (2005), S. 92/3. []
  3. Schweizerische Vogelwarte Sempach. Tannenhäher. Stand: 22.09.16. http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/tannenhaeher.html []
  4. STICHMANN (2005), S. 92/3. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 92/3. []
  6. Vgl. BEZZEL (1996), S. 476. []
  7. Vgl. BEZZEL (1996), S. 476. []
  8. Waldwissen.net. Der gefiederte Förster. Stand: 22.09.16. http://www.waldwissen.net/wald/tiere/voegel/wsl_gefiederter_foerster/index_DE []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 477. []
  10. Vgl. BEZZEL (1996), S. 477. []
  11. Vgl. STICHMANN (2005), S. 92/3. []
  12. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 60. []