Schutz und Rückzug

Stapel aus AnzündholzNeben der Auswahl der Pflanzen, dem vorhandenen Nahrungsangebot und verfügbaren Nistmöglichkeiten spielt das Bedürfnis nach Schutz und Rückzug für alle Tiere eine große Rolle wenn es um die Frage geht, wo sie sich niederlassen. Selbst vermeintlich kleine Rückzugsorte wie dieser Stapel aus Anzündholz in der Abbildung links sind bei vielen Tieren sehr beliebt und können in der Not den Unterschied ausmachen.

Spitzmaus nach KatzenbissDas Bedürfnis nach Schutz ist nicht nur während der Brutsaison beziehungsweise Aufzucht der Jungen sehr ausgeprägt. Im Tierreich kann ein einziger Fehler bei der Wahl der Nisthöhle, des nächtlichen Schlafplatzes oder aber im Verhalten während der Futtersuche über Leben und Tod entscheiden. Schließlich bemerken auch Fressfeinde günstige Lebensbedingungen und das vermehrte Zugegensein von potenziellen Beutetieren.

Diese arme kleine Spitzmaus in der Abbildung rechts wurde zum Beispiel von einer Katze böse verletzt. Obwohl die Wunde zuheilte, konnte die Kleine nicht gerettet werden.

 

 

Schutz auf natürlichem Weg

SchleheEine sinnvolle Bepflanzung leistet bereits einen großen Beitrag zum Schutz von Beutetieren. Viele heimische Pflanzen, Sträucher und Gehölze sind mit äußerst wehrhaften Dornen bestückt – und eignen sich damit hervorragend als Schutzmaßnahme für viele Gartenvögel, aber auch für Kleinsäuger, die dort gerne Zuflucht suchen.

So ist zum Beispiel die Schlehe (Abbildung rechts) bei Vögeln sehr beliebt. Sie verfügt über ausgeprägte Dornen und kann mit den Jahren nahezu undurchdringlich werden. Ein weiterer Vorteil: Viele Vogelarten finden ihre Früchte sehr lecker und im Frühjahr freuen sich Schmetterlinge und Bienen über ihre Blüten. Einen Nachteil gibt es leider auch: Die Schlehe bildet Ausläufer.

 

 

Wo „hakt“ es in Ihrem Garten?

Auch Sie als Gartenbesitzer sollten Ihre Aufmerksamkeit immer wieder auf potenzielle „Sicherheitslücken“ in Ihrem Garten lenken. Sind in Ihrem Garten vermehrt streunende Katzen zugegen oder haben Sie gar eine eigene Katze? Haben Sie vielleicht einen Sperber bemerkt, der sich auffallend oft in Ihrem Garten zeigt? Befindet sich die von Ihnen eingerichtete Vogeltränke vielleicht direkt neben einem Gebüsch, in welchem sich mögliche Räuber verstecken könnten? Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantwortet haben, dann sollten Sie alsbald Abhilfe schaffen.

Suchen Sie sich für die Vogeltränke zum Beispiel einen Platz aus, an dem auch durch das Bad abgelenkte Vögel einen guten Überblick über ihre Umgebung behalten. Auch wenn die Vogeltränke nicht direkt neben einem Gebüsch stehen sollte, so hilft es den Vögeln doch, wenn nicht allzu weit von der Tränke entfernt Sträucher und/oder Bäume stehen, damit sie in bedrohlichen Situation schnell in das schützende Versteck flüchten können.

Verlegen Sie zum Beispiel Nistplätze an geschützte Stellen und sorgen Sie dafür, dass diese vor Angriffen durch Marder und Katzen bestmöglich geschützt sind. Hierfür eignen sich unter anderem spezielle Nistkästen, die mit einem Vorbau ausgestattet sind, welcher derartige Angriffe verhindert. Erschweren Sie zudem Katzen das Verstecken in der Nähe von Futterplätzen und Vogeltränken, indem Sie hohes Gras und ähnliche Versteckmöglichkeiten im direkten Umfeld der Vorrichtungen entfernen. Achten Sie aus dem gleichen Grund zudem auf einen gewissen Abstand zu Büschen oder Sträuchern. Allerdings sollte die Futterstelle auch nicht inmitten einer offenen Fläche stehen, damit sich die tierischen Besucher bei drohender Gefahr schnell verstecken können. 

Selbstverständlich gilt es darüber hinaus auch, all jene Gefahren für Tiere im eigenen Garten zu entschärfen, die vornehmlich durch die menschliche Nutzung entstehen. Hierzu zählen unter anderem die Gefahren durch:

 

Gute alte Ethik

Natürlich wollen auch von Beutetieren abhängige Tiere wie Sperber und Co. überleben und haben dabei das gleiche Recht auf Leben wie alle anderen Lebewesen. Daher ist es eine ethisch äußerst schwierige Frage, welches Tier in seinem Überlebenskampf von uns unterstützt werden soll.
Ein erster Ansatz mag hier – wie auch in vielen anderen Situationen – das Prinzip der Balance sein. Sorgen Sie dafür, dass Sie potenzielle Beutetiere nicht leichtfertig durch falsche Futterplätze auf den sprichwörtlichen Präsentierteller locken und erschweren Sie auf Nahrung angewiesenen Räubern das Leben nicht unnötig.