Rotmilan (Milvus milvus)

Der Rotmilan ist eine rein europäische Vogelart, dessen Flugkünste Dichter dazu bewegt haben, ihn als „König der Lüfte“ zu bezeichnen.

  • Aussehen: Hellgrauer Kopf, Unterseite rostrot längsgestreift, brauner Rücken mit rostbraunen Federn.1 Langer, tief gegabelter Schwanz.2
  • Größe/Länge: 61 cm3
  • Gewicht: 750-1300 g4
  • Vorkommen: Nur in Teilen Mitteileuropas.5 In Deutschland hoher Anteil der Weltpopulation des Rotmilans.6
  • Lebensraum: Vor allem in Ebenen und Flußtälern7
  • Lebenserwartung: Vermutlich bis zu 25 Jahre alt8
  • Bevorzugte Speisen: Kleinsäuger, Aas, Abfälle, Fische.9 Meistens nicht gesunde Tiere bis Hühner- und Hasengröße.10
  • Fressfeinde: Uhu, Habicht11
  • Gefährdet durch: Pestizide, Rodentizide, Straßen- und Schienenverkehr, Stromtrassen, Windkraftanlagen (sehr  viel häufiger Opfer von Windkraftanlagen als andere Greifvögel),12 illegale Greifvogelverfolgung.

 

Lebensweise: Der Rotmilan jagt über offenen Flächen. Dabei ist er kein so genannter Ansitzjäger, sondern jagt aus der Luft.

Zum Schlafen zieht er sich in kleinere Gehölze zurück, die er häufig auch im Winter aufsucht. Sein Nest baut er auf hohen Bäumen, die mit Lumpen, Paper und anderen Fremdkörpern ausgekleidet werden. Sein Gelege besteht in der Regel aus 2-3 Eiern, welche er 33-38 Tage bebrütet. Die Nestlingsdauer beträgt meist 50 Tage und länger.13

Nach der Brutzeit finden sich oft bis zu 50 oder sogar 100 Rotmilane zusammen, die über einen längeren Zeitraum die gleichen Schlafplätze aufsuchen.14

 

Besonderheiten: Der Rotmilan wurde im Jahr 2000 zum „Vogel des Jahres“ gewählt. Er ist eine rein europäische Art mit einer hohen Anzahl an Brutvögeln in Deutschland. Deshalb sieht sich die Bundesrepublik in der Verantwortung und hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 für einen deutlichen Anstieg der Population des Rotmilans zu sorgen. Hierfür wurde das Rotmilan-Schutzprojekt ins Leben gerufen, welches unter anderem den Erhalt von landschaftlich wichtigen Strukturen und die Pflanzung von Brutbäumen vorsieht.

 

Interessantes: Der Rotmilan  wird hierzulande vielerorts auch als „Gabelweihe“ bezeichnet. Im englischen Sprachgebrauch wurde ihm hingegen der Name „red kite“ zugedacht, was „roter Drache“ (das Sportgerät, nicht das Fabelwesen!) bedeutet.
Die Tatsache, dass er sehr viel häufiger als andere Greifvögel Windkraftanlagen zum Opfer fällt, wird damit in Verbindung gebracht, dass er in deren Nähe offenbar bevorzugt nach Beutetieren sucht.15

 

Nutzen für den Naturgarten: Nützlicher Helfer, wenn Mäuse zur Plage werden, sofern in großen Gärten ausreichend freie Flächen vorhanden sind oder der Garten direkt an offenes Land angrenzt.

 

Das hilft dem Rotmilan: Verzicht auf Pestizide und Rodentizide. Verzehr von Nahrungsmitteln aus ökologischem Anbau, da der Rotmilan sehr unter der Intensivierung der Landwirtschaft leidet und abwechslungsreiche Landschaften bevorzugt.
In strengen Wintern Futterstellen (nicht in der direkten Umgebung von Straßen, Bahnlinien, Stromtrassen etc.), die allerdings bezüglich der örtlich vorherrschenden Auflagen mit der zuständigen Behörde abgesprochen sein müssen. Zudem ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema bezüglich der verwendeten Futtermittel und der Darreichungsform (niemals in kleinen Stücken, denn diese können tödlich sein!) nötig, weshalb du dich bei Interesse am besten von einem Falkner beraten lässt.

Weiterhin kannst du dem Rotmilan helfen, indem du Hinweise auf illegale Greifvogelverfolgung sofort meldest. Wie du dabei am besten vorgehst, kannst du diesem Artikel des NABU NRW entnehmen.

 

Das schadet dem Rotmilan: Pestizide, Rodentizide

 

Auszeichnungen: Der Rotmilan ist “Vogel des Jahres 2000″ (Deutschland16 und Österreich (Milan)17.

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

 

Literaturhinweise

BERTHOLD, PETER / MOHR; GABRIELE: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BEZZEL (1996), S. 148. []
  2. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 71. []
  3. STICHMANN (2005), S. 130/3. []
  4. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/rotmilan.html []
  5. STICHMANN (2005), S. 130/3. []
  6. URL: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2000-derrotmilan/ []
  7. STICHMANN (2005), S. 130/3. []
  8. URL: http://www.kindernetz.de/oli/tierlexikon/rotmilan/-/id=74986/nid=74986/did=84158/1lfmg34/ []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 148. []
  10. Vgl. STICHMANN (2005), S. 130/3. []
  11. URL: http://rotmilan-lippe.blogspot.de/2013_06_01_archive.html []
  12. URL: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2000-derrotmilan/ []
  13. Vgl. BEZZEL (1996), S. 148. []
  14. Vgl. STICHMANN (2005), S. 130/3. []
  15. URL: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2000-derrotmilan/ []
  16. URL: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/ []
  17. BirdLife Österreich – Gesellschaft für Vogelkunde. Stand 13.11.14. http://www.birdlife.at/unsere-arbeit/vogel-des-jahres/2000-milan.html (Link leider nicht mehr verfügbar) []