Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

Die Rauchschwalbe hält sich zur Brutzeit besonders gerne in der Nähe von Dörfern und Gehöften auf, wo sie im Inneren von Scheunen, Ställen und anderen Nebengebäuden nistet.

  • Aussehen: Glänzende, dunkelblaue Oberseite, rote Stirn, Kinn und Kehle, weiße bis hell braungelbe Unterseite, lange Schwanzfedern.1 
  • Größe/Länge:  17-19 cm2
  • Gewicht:  16-25 g3
  • Vorkommen: Brutvogel in Eurasien (fehlt nur im äußersten Norden Europas), Nordamerika, Nordafrika.4
  • Lebensraum: Dörfer und Gehöfte.5
  • Lebenserwartung:  bis 5 Jahre6
  • Bevorzugte Speisen: Fliegende Kleininsekten.7
  • Fressfeinde:  Greifvögel, Rabenvögel
  • Gefährdet durch: Insektenrückgang, fehlender Zugang ins Innere von Gebäuden (wie beispielsweise zu Ställen), Gefahren auf dem Weg vom/ins Winterquartier

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Die Rauchschwalbe legt ihr Nest meist im Inneren von Gebäuden auf einer Stütze an, die Nester werden jedoch auch an senkrechte Flächen angeklebt. Das Nest selbst besteht aus Lehmstückchen mit Halmen gemischt und wird im Inneren mit einigen Federn gepolstert.

Ab Mitte bis Ende Mai legt die Rauchschwalbe 4-5 weiße Eier mit spärlicher rötlicher/violetter Punktierung. Die Eier werden rund 15 Tage bebrütet und die Jungen bleiben circa 20-24 Tage im Nest. Nach dem Ausfliegen kehren die Jungvögel zu Beginn zum Übernachten in das Nest zurück.8 Die Rauchschwalbe nistet im Gegensatz zur Mehlschwalbe nicht in Kolonien.9

 

Besonderheiten:  Die Rauchschwalbe ist ein Zugvogel. Vor ihrem Flug nach Süden sammelt sie sich zusammen mit anderen Rauchschwalben beispielsweise auf Überlandleitungen. Hierbei entstehen mitunter große Schwärme. Die Nacht verbringen die Rauchschwalben dann jedoch an Schlafplätzen, vorzugsweise in Schilfflächen.10
 

Interessantes:  Der Name der Rauchschwalbe beruht auf ihrer Vorliebe für dunkle Ecken im Gebäude (oft sogar im Qualm des Kamins).11

 

Nutzen für den Naturgarten:  Insektenregulierung (außerhalb des Gartens)

 

Das hilft der Rauchschwalbe:  Zugang zu Nebengebäuden wie Ställen, Schuppen etc. durch Fenster o.ä. ermöglichen (sofern gefahrlos möglich), Anbringung von künstlichen Nisthilfen, Lehmpfütze (im Sommer feucht halten) wenn sich Schwalben/Schwalbennester in näherer Umgebung befinden, Wildblumenwiese und weitere Maßnahmen zur Insektenförderung, Erhalt von Pferde-/Nutztierhaltung in ländlichen Gebieten im kleineren Rahmen

 

Das schadet der Rauchschwalbe:  Pestizide

 

Auszeichnungen:  Die Rauchschwalbe ist „Vogel des Jahres 1979“ in Deutschland12 und „Vogel des Jahres 2004“ in der Schweiz.13
 

Persönliche Anmerkungen: Rauchschwalben sind faszinierende Flugkünstler. Besonders gut lässt sich das zum einen an Gewässern beobachten, über denen Rauchschwalben elegant nach Insekten jagen. Zum anderen beeindrucken aber auch die Flugmanöver, die die Rauchschwalbe einsetzt, um selbst kleinere Zugänge zu Ställen oder Scheunen zu nutzen.

Künstliche Nisthilfen (speziell für Rauchschwalben) werden meinen Beobachtungen nach gut angenommen. In einem Fall wurde sogar eine unglücklich platzierte Nisthilfe einem Selbstbau an einer wesentlich besseren Stelle inklusive dort vorhandenem Balken, der eine sichere Anlage des Nestes garantiert hätte, vorgezogen.

Die Rauchschwalbe ist weniger scheu als andere Vogelarten und lässt sich vom Brutgeschäft auch durch Arbeiten (wie sie beispielsweise in einem Stall auszuführen sind) in der Regel recht wenig stören.

Ebenso kommt es vor, dass sich zusammen mit der Rauchschwalbe im gleichen Gebäude Hausrotschwänze niederlassen. Ich konnte diese Kombination viele Jahre lang bei Bekannten in einem Stall beobachten. Dort waren beide Nester nur rund zwei bis drei Meter voneinander entfernt. Diese Zweckgemeinschaft funktionierte in all den Jahren stets problemlos.

 

Literaturhinweise

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2004, 2008, 2013.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

HUME, ROB: Vögel in Europa, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2002, 2007, 2010, 2013, 2016.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 155. []
  2. HUME (2016), S. 293. []
  3. HUME (2016), S. 293. []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S. 366. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 58/1. []
  6. HUME (2016), S. 293. []
  7. BEZZEL (1996), S. 366. []
  8. Vgl. BEZZEL (1996), S. 366. []
  9. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 154. []
  10. Vgl. BEZZEL (1996), S. 367. []
  11. Vgl. STICHMANN (2005), S. 58/1. []
  12. Nabu. Die Rauchschwalbe – Vogel des Jahres 1979. Stand: 28.12.17. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/1979-rauchschwalbe/index.html []
  13. BirdLife. Vogel des Jahres 2004: Rauchschwalbe. Stand: 28.12.17 http://www.birdlife.ch/de/content/vogel-des-jahres-2004-rauchschwalbe []