Pilz des Jahres 2014 – Der Tiegelteuerling

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat gewählt: Pilz des Jahres 2014 ist der Tiegelteuerling (Crucibulum laeve).

Die Wahl zum Pilz des Jahres wird seit dem Jahr 1994 jährlich durchgeführt, um die immens wichtigen Aufgaben der Pilze in unserem Ökosystem in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.

Mit der Wahl des Tiegelteuerlings möchte die Deutsche Gesellschaft für Mykologie auf die „Bedeutung des Pilze in den natürlichen Stoffkreisläufen aufmerksam machen“¹. Dabei sorgen Pilze dafür, dass abgestorbene, natürliche Stoffe wie Blätter, Nadeln etc. für andere Pflanzen wieder verfügbar gemacht werden, was für eine funktionierende Nahrungskette unerlässlich ist.

 

Verbreitung und Besonderheiten

Das Besondere am Tiegelteuerling ist neben seiner ausgefallenen äußeren Erscheinungsform die Tatsache, dass er in seinem Fruchtkörper linsenförmige Sporenbehälter besitzt, die Pflanzensamen ähneln – somit zeigt er eine Sporenentwicklung, die nur wenige Pilzgattungen aufweisen, so die DGfM.

Auch auf Vögel wirkt die Ähnlichkeit der Sporenkapseln mit Pflanzensamen äußerst attraktiv: Sie nehmen die Sporenkapseln auf und verbreiten sie. Zusätzlich werden die Sporenkapseln aber auch durch Regen aus den Tiegeln des Pilzes herausgeschleudert, wobei sie an Pflanzen haften bleiben und so von anderen Tieren wieder aufgenommen werden, was die weitere Verbreitung begünstigt.

Zu finden ist der Tiegelteuerling zwar auch am Boden, doch lebt er gerne auf Holzresten. Dabei ist er weltweit verbreitet. Seine Fruchtkörper bildet der Tiegelteuerling von Juni bis Oktober aus.

 

Der Tiegelteuerling und seine Mythen

Laut alter Legenden kündigt das Auftreten vieler Teuerlinge übrigens schlechte Zeiten in Form hoher Getreidepreise an. Zurückzuführen ist dieser Glaube wohl auf die Tatsache, dass Teuerlinge bei starker Feuchtigkeit vermehrt wuchsen und zur selben Zeit viel Regen immer eine schlechte Getreideernte und damit hohe Brotpreise bedeutete.

Da die Sporenbehälter der Pilze in den Augen mancher aussahen wie Geldstücke in einem Gefäß, stellte man einen Zusammenhang her zwischen den – bei Regen – vielen „Geldstücken“, die in den Tiegeln zu sehen waren und den – durch den Regen bedingten – hohen Brotpreisen. Viele Teuerlinge bedeuteten demzufolge hohe Preise.

 

Quellen

(1) DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR MYKOLOGIE e.V. (n.d.). Tiegelteuerling Crucibulum laeve (Huds.) Kambly [pdf-Dokument online]. Verfügbar unter: Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. [05.11.13]¹

(2) WIKIPEDIA (2013). Gemeiner Tiegelteuerling [online]. Verfügbar unter: Wikipedia [06.11.13]