Mittelspecht (Dendrocopos medius)

Der Mittelspecht stellt besondere Ansprüche an seinen Lebensraum, weshalb er bei uns zu den weniger verbreiteten Spechten gehört.

  • Aussehen:  Schwarze Oberseite mit kleinen Schulterflecken, Unterseite dunkel längsgestrichelt, Unterschwanz und Bauch rosa (nach vorne verlaufend), rote Kopfplatte ohne schwarze Einfassung.1
  • Größe/Länge:  22 cm2
  • Gewicht:  50-80 g3
  • Vorkommen: Laubwaldzone Europas (in einigen Gebieten fehlend).4
  • Lebensraum: Hauptsächlich Eichenwälder.5
  • Lebenserwartung:  5-10 Jahre6
  • Bevorzugte Speisen: Insekten, aber auch Eicheln, Walnüsse, Bucheckern und andere pflanzliche Nahrung (in Herbst und Winter).7
  • Fressfeinde:  Greifvögel, Marder
  • Gefährdet durch: Ausräumung von Alt-/Totholz aus Wäldern, strenge Winter

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Der Mittelspecht legt seine Bruthöhle in Stämmen oder starken Ästen von geschädigtem oder faulem Holz an. Dort legt er ab Mitte April 5-6 weiße Eier, die 11-14 Tage bebrütet werden. Die Jungen bleiben für circa 20-23 Tage im Nest.8 Der Durchmesser der Bruthöhle des Mittelspechts beträgt circa 3-4,5 Zentimeter.9

 

Besonderheiten:  Der Mittelspecht kommt fast nie in Nadelwäldern vor und ist wesentlich seltener als der Buntspecht.10 Der Mittelspecht ist neben reich gegliederten Laubwäldern (vorzugsweise mit Eichen) auch auf ein mildes Klima angewiesen.11

 

Interessantes:  Durch Beobachtungen in Wäldern der Schweiz ließ sich feststellen, dass der Mittelspecht in Bezug auf seine Nahrungsaufnahme ein deutlich anderes Verhaltensrepertoire als beispielsweise der Buntspecht zeigt. So stochert der Mittelspecht eher in Ritzen nach Insekten, während der Buntspecht vermehrt nach ihnen hackt. Vor allem im Winter stehen dem Mittelspecht hierdurch – im Gegensatz zum Buntspecht – kaum holzbewohnende Insekten als Nahrung zur Verfügung.12

 

Nutzen für den Naturgarten:  Insektenregulierung

 

Das hilft dem Mittelspecht:  Bäume mit grober Rinde, Erhalt von Eichenwäldern, Erhalt von Alt-/Totholz. Bei regionalen Vorkommen Futterstelle mit Fettfutter sowie Hanf- und Sonnenblumenkernen.13

 

Das schadet dem Mittelspecht:  Pestizide

 

Auszeichnungen:  /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

Literaturhinweise

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

HUME, ROB: Vögel in Europa, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2002, 2007, 2010, 2013, 2016.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BEZZEL (1996), S. 348. []
  2. STICHMANN (2005), S. 170/2. []
  3. Schweizerische Vogelwarte Sempach. Mittelspecht. Stand: 17.10.17. http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/mittelspecht []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S. 348. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 170/2. []
  6. HUME (2016), S. 249. []
  7. Vgl. BEZZEL (1996), S. 348. []
  8. Vgl. BEZZEL (1996), S. 348. []
  9. Vgl. STICHMANN (2005), S. 170/2. []
  10. Vgl. STICHMANN (2005), S. 170/2. []
  11. Vgl. BEZZEL (1996), S. 348. []
  12. Vgl. BEZZEL (1996), S. 348-349. []
  13. Vgl. BEZZEL (1996), S. 348. []