Mehlschwalbe (Delichon urbicum)

Die Mehlschwalbe gehört zur Familie der Schwalben und lebt vorwiegend in menschlichen Siedlungen, wo sie ihre Nistplätze häufig an Gebäuden anlegt.

Merkmale Mehlschwalbe

  • Aussehen:  Blauschwarze Oberseite, weiße Unterseite, weiße Kehle, leuchtend weißer Bürzel, gegabelter Schwanz ohne verlängerte Federn1
  • Größe/Länge:  13 cm2
  • Gewicht:  15-21 g3
  • Vorkommen: Brutvogel in Nordafrika, Europa (außer Island), einigen Gebieten Asiens.4
  • Lebensraum: Dörfer, Kleinstädte, Stadtrandsiedlungen.5
  • Lebenserwartung:  bis 5 Jahre6
  • Bevorzugte Speisen: Fliegende Kleininsekten.7
  • Fressfeinde:  Greifvögel
  • Gefährdet durch: Gefahren auf dem Weg vom/ins Winterquartier, Zerstörung der Nester

 

Lebensweise/Fortpflanzung:

Die Mehlschwalbe nistet in Kolonien. Sie legt ihr Nest unter Brücken, an Felsen, an der Außenwand von Gebäuden sowie unter Vorsprüngen an. Das Nest besteht aus Lehmklümpchen mit vereinzelten Pflanzenfasern und wird in Form einer geschlossenen Halbkugel mit einem halbrunden Einflugloch angelegt. Die Mehlschwalbe polstert ihr Nest mit Federn und Halmen aus. Ab Ende Mai/Juni legt sie 3-5 weiße Eier, die häufig feine Punkte aufweisen. Die Eier werden circa 14-15 Tage bebrütet und die Jungen verbleiben rund 20-30 Tage im Nest.8
 

Besonderheiten: 

Die Mehlschwalbe lässt sich von der Rauchschwalbe sehr gut dadurch unterscheiden, dass letztere ausgesprochen lange Schwanzfedern aufweist.
 

Interessantes: 

Die Mehlschwalbe frisst im Flug. Hierbei steigt sie höher auf als die Rauchschwalbe und fängt kleinere Insekten.9
 

Nutzen für den Naturgarten: 

Insektenregulierung (außerhalb des Gartens)
 

Das hilft der Mehlschwalbe: 

Anbringung von künstlichen Nisthilfen (evtl. mit Kotbrett), Lehmpfütze (im Sommer feucht halten) wenn sich Schwalben/Schwalbennester in näherer Umgebung befinden, Wildblumenwiese (Insektenförderung)
 

Das schadet der Mehlschwalbe: 

Pestizide, Vertreibung durch Hausbesitzer/Ladeneigentümer
 

Auszeichnungen: 

Die Mehlschwalbe ist „Vogel des Jahres 1974“ in Deutschland10 und „Vogel des Jahres 2010“ in der Schweiz11
 

Persönliche Anmerkungen:

/
 

Literaturhinweise

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2004, 2008, 2013.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

HUME, ROB: Vögel in Europa, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2002, 2007, 2010, 2013, 2016.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 153. []
  2. STICHMANN (2005), S. 58/2. []
  3. HUME (2016), S. 294. []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S.364. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 58/2. []
  6. HUME (2016), S. 294. []
  7. BEZZEL (1996), S. 364. []
  8. Vgl. BEZZEL (1996), S. 364. []
  9. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 153. []
  10. Nabu. Die Mehlschwalbe – Vogel des Jahres 1974. Stand: 22.12.17. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/1974-mehlschwalbe/index.html []
  11. BirdLife. Vogel des Jahres 2010: Mehlschwalbe. Stand: 22.12.17. http://www.birdlife.ch/de/content/vogel-des-jahres-2010-mehlschwalbe []