Laub und Baumschnitt verbrennen – Todesfalle für viele Tiere

Wenn im Herbst gefallenes Laub und angefallener Baumschnitt überhand nehmen, dann entscheiden sich viele Gärtner dafür, beides kurzerhand zu verbrennen. Warum diese Vorgehensweise in einem Naturgarten nichts zu suchen hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Abgesehen von dem schädlichen Qualm, der beim Verbrennen von Laub und Baumschnitt entsteht, gibt es natürlich auch ein paar „tierische“ Gründe, die dagegen sprechen.

Zum einen erfüllt heruntergefallenes Laub den Zweck des Düngers und kann daher wunderbar in Beete eingearbeitet oder für Laubkompost verwendet werden. Im Naturgarten lassen sich mit Laub äußerst wertvolle Laubhaufen auftürmen, die vielen Tieren Unterschlupf und Schutz vor den eisigen Temperaturen im Winter bieten. Ebenso ist Baumschnitt hervorragend geeignet, um einen Reisighaufen oder einen Reisigzaun anzulegen, der einer Vielfalt von Tieren ein Zuhause bietet.

Sie sehen also, es gibt genügend Gründe Laub und Baumschnitt im Sinne des Umweltschutzes zu nutzen. Doch das eigentliche Problem beim Verbrennen von Laub und Baumschnitt besteht darin, dass die angelegten Haufen nach dem Anzünden für viele Tiere zur Todesfalle werden.

Oftmals werden die aufgetürmten Haufen nämlich nicht sofort angezündet, sondern erst einige Zeit liegen gelassen, damit sie antrocknen und dadurch besser brennen. Genau hierin liegt das Problem, denn Haufen aus Laub und Baumschnitt sind ein Paradies für viele Tiere und üben daher eine magische Anziehungskraft auf sie aus.
Es ist erstaunlich, wie schnell unsere tierischen Gartenbewohner solch perfekte Unterkünfte aufspüren und für sich einnehmen. Selbst wenn ein Haufen nur einen Tag gelegen hat, hat sich oftmals schon ein „Mieter“ für ihn gefunden. Mit jedem weiteren Tag steigt die Wahrscheinlichkeit auf neue „Interessenten“. Wird ein solcher Haufen nun angezündet – in der Regel zudem noch ordentlich mit Benzin befeuert – wird das ehemals perfekte Zuhause schnell zur tödlichen Falle. Nicht nur langsamere Tiere haben keine Chance zu entkommen, auch die schnelleren von ihnen sterben in der Regel qualvoll in den Flammen.

Mögliche Bewohner eines Haufens aus Laub und/oder Baumschnitt sind übrigens unter anderem: zahlreiche Spinnen, Käfer, Spitzmäuse, Igel, Hasen ebenso wie Amphibien und Reptilien sowie einige Vogelarten wie z.B. Zaunkönig und Rotkehlchen.

Verzichten Sie diesen Tieren zuliebe daher bitte darauf, Laub und Baumschnitt zu verbrennen.

Falls Sie sich trotz dieser Argumente dennoch dafür entscheiden, Laub und Baumschnitt zu verbrennen, dann beherzigen Sie jedoch bitte wenigstens diese zwei Regeln:

  • Verbrennen Sie das aufgetürmte Laub und den Baumschnitt noch am gleichen Tag und auch in diesem Fall so schnell wie möglich
  • Sollte ein Verbrennen am gleichen Tag nicht möglich sein, dann machen Sie sich das bisschen extra Arbeit und schichten den Haufen vor dem Anzünden unbedingt um. Die Tiere werden es Ihnen danken!