Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes)

Der Kernbeißer ist ein gedrungen wirkender Vogel mit einem auffallend kräftigem Schnabel, welcher ihm sogar das Öffnen von Kirsch- und Zwetschgensteinen ermöglicht.

  • Aussehen: Braune Oberseite, grauer Nacken, auffallend kräftiger Schnabel.1 
  • Größe/Länge:  18 cm2
  • Gewicht:  48-62g3
  • Vorkommen: Brutvogel in Europa und Nordafrika (in einigen Gebieten fehlend), in östlicher Richtung bis Ostasien und Japan.4
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Feldgehölze, Parks.5
  • Lebenserwartung:  /
  • Bevorzugte Speisen: Samen (auch von Steinobstfrüchten wie beispielweise Kirschen), Knospen und Triebe.6
  • Fressfeinde:  Greifvögel, Rabenvögel, Marder
  • Gefährdet durch:

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Der Kernbeißer legt sein Nest in der Regel hoch in Bäumen an. Ab Ende April/Anfang Mai legt er 4-6 blassbräunliche oder blassgraue Eier mit wenigen kräftigen schwarzbraunen Punkten und Kritzeln. Die Eier werden 12-14 Tage bebrütet. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen 10-14 Tage im Nest.7

 

Besonderheiten:  Der Kernbeißer unterscheidet sich von anderen Vögeln durch seinen extrem kräftigen Schnabel, der ihm sogar das Öffnen von Kirsch-, Zwetschgen- oder Olivensteinen ermöglicht. Für das Öffnen eines Kirschsteines, welches einen Druck von 27-43 kg erfordert, benötigte der Kernbeißer im Testversuch lediglich 5 Sekunden.8

 

Interessantes:  Bei Versuchen, in denen dem Kernbeißer verschieden große Samen angeboten wurden, entschied sich der Kernbeißer bevorzugt für größere Samen (an erster Stelle für Sonnenblumen und an zweiter Stelle für Hanfsamen). Diese Samen (wie etwa Hanfsamen) öffnete der Kernbeißer deutlich schneller als beispielsweise Stieglitz, Zeisig oder Hänfling. Bei kleinen Samen wie zum Beispiel Mohn und Leinsamen war jedoch das Gegenteil der Fall: hier waren die kleinen Finken im Vorteil. Die Schnabelgröße spielt im Hinblick auf die Größe der bevorzugten Nahrung also eine Rolle.9

 

Nutzen für den Naturgarten: 

 

Das hilft dem Kernbeißer:  Hainbuchen anpflanzen und fruchten lassen,10Streuobstwiesen erhalten/anlegen, Steinobstbäume im Garten (Kirsche, Zwetschge, Pflaume), im Winter Futterstellen mit Sonnenblumen und Hanfsamen

 

Das schadet dem Kernbeißer:  Pestizide

 

Auszeichnungen:  /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

Literaturhinweise

BERTHOLD/MOHR: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. STICHMANN (2005), S. 100/1. []
  2. STICHMANN (2005), S.100/1. []
  3. Schweizerische Vogelwarte Sempach. Kernbeißer. Stand: 21.04.17. http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/kernbeisser.html []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S. 514. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 100/1. []
  6. Vgl. BEZZEL (1996)S. 514. []
  7. Vgl. BEZZEL (1996), S. 514. []
  8. Vgl. BEZZEL (1996), S. 515. []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 515. []
  10. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 49. []