Heidelerche (Lullula arborea)

Die Heidelerche ist eine sehr seltene Lerchenart, der vor allem der Rückgang der von ihr bevorzugten Lebensräume zu schaffen macht.

  • Aussehen: Deutlich kleiner als Feldlerche,1 kurzer Stummelschwanz,2 auffällige weißliche Überaugenstreifen, die im Genick zusammentreffen.3
  • Größe/Länge: 15 cm4
  • Gewicht: 24-36 g5
  • Vorkommen: Brutvogel in Nordafrika, Vorderasien, ganz Europa bis Südengland und Südskandinavien.6
  • Lebensraum: Offene Landschaften,7 Habitate mit mageren Böden,8 junge Aufforstungen,9 in Trockengebieten vor allem in Kiefernheiden, an Waldrändern und auf Kahlschlägen.10
  • Lebenserwartung: 9 Jahre, 0 Monate (Höchstalter eines beringten Vogels; durchschnittliche Lebenserwartung deutlich geringer (EURING)).11
  • Bevorzugte Speisen: Kleine Samen, auch Blattspitzen und Knospen von Bodenpflanzen, im Frühjahr und Sommer hauptsächlich Insekten, Spinnen u.a. kleine Bodentiere.12
  • Fressfeinde: Katzen, Marder, Fuchs, Wildschwein, Wiesel, Greifvögel
  • Gefährdet durch: Lebensraumzerstörung, gestiegener Einsatz von Chemikalien in Land- und Forstwirtschaft, Klimaschwankungen und Witterungsbedingungen im Überwinterungsgebiet.13 Zudem Störungen durch Freizeitaktivitäten,14 Reise vom/ins Winterquartier.

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Die Heidelerche legt ihr Nest meist in einer Vertiefung am Boden an. Ab Anfang April legt sie 3-5 rötlich-weiße Eier mit rötlich-braunen Punkten und Flecken, die 13-15 Tage bebrütet werden. Die Jungen verlassen das Nest nach 11 Tagen und sind mit 15-18 Tagen gut flugfähig.15

 

Besonderheiten: Die Heidelerche singt auch nachts.16

 

Interessantes: Selten trifft man eine der beiden anderen bei uns brütenden Lerchenarten zusammen mit der Heidelerche im gleichen Lebensraum an. Diese bei vielen Vogelarten durchaus übliche ökologische Trennung sorgt dafür, dass die Konkurrenz zwischen den Arten nicht zu groß wird. Als Begleitarten der Heidelerche zeigen sich (abhängig vom besiedelten Lebensraum) zum Beispiel Baumpieper, Brachpieper, Dorngrasmücke, Klappergrasmücke, Neuntöter und Ziegenmelker.17

 

Nutzen für den Naturgarten: Insektenfresser (aufgrund ihres bevorzugten Lebensraums in den meisten Fällen eher theoretischer Natur).

 

Das hilft der Heidelerche: Lebensraumerhalt, Verzicht auf Biozide. Zudem können in Notzeiten Bodenfutterstellen nach der Rückkehr aus dem Winterquartier angenommen werden.18

 

Das schadet der Heidelerche: Verlust von Magerstandorten, Biozide

 

Auszeichnungen: /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

Literaturhinweise

BERTHOLD, PETER / MOHR; GABRIELE: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. STICHMANN (2005), S. 60/3. []
  2. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 65. []
  3. Vgl. BEZZEL (1996), S. 358. []
  4. STICHMANN (2005), S. 60/3. []
  5. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/heidelerche.html [15.10.15] []
  6. Vgl. BEZZEL (1996), S. 358. []
  7. Vgl. BEZZEL (1996), S. 358. []
  8. URL: http://www.natura2000.rlp.de/steckbriefe/index.php?a=s&b=a&c=vsg&pk=V011 [15.10.15] []
  9. URL: http://www.natursportinfo.de/14445.html [15.10.15] []
  10. STICHMANN (2005), S. 60/3. []
  11. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/heidelerche.html [15.10.15] []
  12. BEZZEL (1996), S. 358. []
  13. URL: http://www.natursportinfo.de/14445.html [15.10.15] []
  14. URL: http://www.natursportinfo.de/14445.html [15.10.15] []
  15. Vgl. BEZZEL (1996), S. 358. []
  16. Vgl. BEZZEL (1996), S. 358. []
  17. Vgl. BEZZEL (1996), S. 359. []
  18. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 65. []