Haubenlerche (Galerida cristata)

Die Haubenlerche, die früher sehr verbreitet war, hat einen immensen Bestandsrückgang verzeichnen müssen.

  • Aussehen: Lange spitze Haube, gelbbraune Schwanzaußenseiten, heller als Feldlerche.1
  • Größe/Länge: 17 cm2
  • Gewicht: 35-45 g3
  • Vorkommen: Brutvogel in Asien, Nord- und Mittelafrika; in Europa nordwärts bis zur Ostsee und Südskandinavien, besonders häufig in Südeuropa.4
  • Lebensraum: Meistens auf Bodenaushub in Siedlungsgebieten, an Straßen, in Bahn- und Industriegelände; auf Trockenstandorten mit wenig oder gar keiner Vegetation.5
  • Lebenserwartung: 6 Jahre, 0 Monate (Höchstalter eines beringten Vogels; durchschnittliche Lebenserwartung deutlich geringer (EURING))6
  • Bevorzugte Speisen: Im Winter vorwiegend vegetarisch (z.B. Gras-, Getreide-, Wildkräutersamen), im Sommer auch Fliegen, Spinnen, Regenwürmer, Käfer etc.7
  • Fressfeinde: Katzen, Marder, Fuchs, Wildschwein, Greifvögel
  • Gefährdet durch: Vermutlich kalte Winter, allgemeine Klimaveränderungen, Herbizide, Asphaltierung und Verkehrsentwicklung, wobei mehrere Ursachen zusammenwirken.8

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Die Haubenlerche legt ihr Nest gut versteckt am Boden an, in der Stadt gelegentlich auch auf flachen Hausdächern. Ab Mitte April legt die Haubenlerche 3-5 gräuliche Eier mit feiner, dunkler Fleckung, die 12-13 Tage bebrütet werden. Die Jungen werden 9-11 Tage im Nest gefüttert und erreichen mit 16-18 Tagen ihre volle Flugfähigkeit.9

 

Besonderheiten: Für viele städtische Vorkommen der Haubenlerche ist es charakteristisch, dass sie sich nur kurzfristig in einzelnen Gebieten ansiedeln. Durch Bautätigkeiten entstehen oft neue Lebensräume, die allerdings nur kurze Zeit als Lebensraum dienen. Dies hat damit zu tun, dass sich nach Abschluss der Bauarbeiten das betroffene Gebiet wieder stark verändert und in der Regel damit den Anforderungen der Haubenlerche an einen Lebensraum nicht mehr genügt.10

 

Interessantes: Durch im 2. Weltkrieg zerstörte Städte erschlossen sich der Haubenlerche neue Lebensräume. Sie wurde damit zum „Trümmervogel“ der innerstädtischen Bereiche.11

 

Nutzen für den Naturgarten: Insektenfresser (aufgrund ihrer nur noch lokalen Vorkommen und ihres bevorzugten Lebensraums eher theoretischer Natur)

 

Das hilft der Haubenlerche: Einrichten von Ersatzstandorten und dortige Biotopflege wie zum Beispiel Förderung sandiger Störstellen, Freihalten von Magerrasen, Vegetationsbeseitigung.12 Sehr bedingt Futterstellen (Haubenlerchen stellen sich heutzutage nur im Osten gelegentlich noch mit wenigen Individuen an Futterstellen ein).13

 

Das schadet der Haubenlerche: Biozide

 

Auszeichnungen: /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

Literaturhinweise

BERTHOLD, PETER / MOHR; GABRIELE: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 65. []
  2. STICHMANN (2005), S. 60/2. []
  3. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/haubenlerche.html [06.10.15] []
  4. BEZZEL (1996), S. 356. []
  5. STICHMANN (2005), S. 60/2. []
  6. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/haubenlerche.html [06.10.15] []
  7. URL: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publikationen/ersatzflaechen_abschlussbericht.pdf, S.16 [06.10.15] []
  8. Vgl. BEZZEL (1996), S. 357. []
  9. Vgl. Bezzel (1996), S. 356. []
  10. Vgl. BEZZEL (1996), S. 357. []
  11. Vgl. BEZZEL (1996), S. 356. []
  12. URL: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publikationen/ersatzflaechen_abschlussbericht.pdf, S.17 [06.10.15] []
  13. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S.65. []