Habicht (Accipiter gentilis)

Der Habicht ist ein Greifvogel, der optisch oft wie eine größere Ausgabe des Sperbers wirkt. 

  • Aussehen: Weißer Überaugenstreif, Unterseite weiß, fein schwarz quer gebändert. Schwanz breiter und an den Ecken meist deutlicher gerundet als beim Sperber.1
  • Größe/Länge: 53 cm2
  • Gewicht: 0,52 – 2,2 kg3
  • Vorkommen: In der Waldzone Eurasiens bis an den Pazifik und in Nordamerika.4
  • Lebensraum: Zur Jagd v.a. in reich strukturierten Landschaften, zuletzt auch wieder am Stadtrand. Brut im Bereich von Waldgebieten.5
  • Lebenserwartung: 16-20 Jahre6
  • Bevorzugte Speisen: Verschiedene Vögel, weniger Kleinsäuger, aber Letzteres dennoch häufiger als beim Sperber. Beutegröße von Maus bis Kaninchen, bei Vögeln von Kleinvögeln bis knapp Hühnergröße.7
  • Fressfeinde: Uhu
  • Gefährdet durch: Illegale Greifvogelverfolgung, forstliche Maßnahmen während der Brutzeit, in städtischen Gebieten Scheibenanflug,8 sowie intensive Landwirtschaft.

 

Lebensweise: Der Habicht nutzt bei der Jagd den Überraschungseffekt aus. Er ist ein Ansitzjäger, was bedeutet, dass er seiner Beute an einem gut geschützten Platz auflauert. Auch deswegen schätzt er den Wald und dessen vielfältige „Versteckmöglichkeiten“ als Lebensraum. Das Jagdgebiet eines Habicht-Brutpaares ist im Durchschnitt 30-50 km² groß.9

Der Habicht lebt monogam und ist sehr reviertreu, allerdings kann es durchaus vorkommen, dass er die Horste innerhalb des Reviers wechselt.10
Er baut seinen Horst auf hohen Waldbäumen. Ende März bis Mai legt er 2-5 weißlich bis hellbraune Eier. Danach wird 35-42 Tage lang gebrütet, bevor die Nestlingszeit eintritt, welche 36-40 Tage dauert.11

 

Besonderheiten: Der Habicht wurde zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt. Er steht wie wohl kein anderer Vogel für die illegale Greifvogelverfolgung, obwohl er zu den streng geschützten Arten mit ganzjähriger Schonzeit gehört. Ein Grund hierfür ist unter anderem die Tatsache, dass er auch Tauben und Hühner erbeutet, was ihn bei Geflügel- und Taubenzüchtern häufig äußerst unbeliebt macht.

 

Interessantes: Ebenso wie der Sperber litt auch der Habicht in den 60er- und 70er-Jahren unter dem massiven Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, wovon er sich jedoch nach Verbot der gefährlichsten Pestizide wieder erholen konnte.12

 

Das hilft dem Habicht: Naturnahe, strukturreiche Landschaften. Melde Brutplätze von Habichten an das zuständige Forst- und Grünflächenamt. Weiterhin kannst du dem Habicht helfen, indem du Hinweise auf illegale Greifvogelverfolgung sofort meldest. Wie du dabei am besten vorgehst, kannst du diesem Artikel des NABU NRW entnehmen.

 

Das schadet dem Habicht: Pestizide

 

Auszeichnungen: Der Habicht ist “Vogel des Jahres 2015″ (Deutschland und Österreich).13

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

 

Literaturhinweise

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BEZZEL (1996), S. 160. []
  2. STICHMANN (2005), S. 132/1. []
  3. Greifvogelpark mit Falknerei Katharinenberg. Link (http://www.falknerei-katharinenberg.de/arten-lexicon/habicht/index.html) leider nicht mehr verfügbar. []
  4. BEZZEL (1996), S. 160. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 132/1. []
  6. Greifvogelpark mit Falknerei Katharinenberg. Link (http://www.falknerei-katharinenberg.de/arten-lexicon/habicht/index.html) leider nicht mehr verfügbar. []
  7. BEZZEL (1996), S. 160-161. []
  8. PDF-Dokument: http://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/vogelschutz/vdj/nabu_vdj2015_brosch_sk_web-final.pdf []
  9. Vgl. STICHMANN (2005), S. 132/1. []
  10. Vgl. STICHMANN (2005), S. 132/1. []
  11. BEZZEL (1996), S. 160. []
  12. URL: http://baden-wuerttemberg.nabu.de/tiereundpflanzen/amselnmeisenundco/vogeldesJahres/17215.html []
  13. URL: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/ []