Gartengrasmücke (Sylvia borin)

Die Gartengrasmücke ist ein Vogel, der nicht so häufig im Garten erscheint, wie der Name es vermuten lässt.

  • Aussehen: Einheitlich braune Oberseite, gelblich braune Unterseite, kurzer kräftiger Schnabel, zarter, heller Augenring1
  • Größe/Länge: 14 cm2
  • Gewicht: 16-23 g3
  • Vorkommen: Brutvogel in Europa und Westsibirien (fehlt jedoch in großen Teilen der Mittelmeerländer)4
  • Lebensraum: Waldränder, Hecken, Gebüsche und Parks.5
  • Lebenserwartung: 8-10 Jahre6
  • Bevorzugte Speisen: Insekten, im Spätsommer und Herbst viel Beeren.7
  • Fressfeinde: Greifvögel, Katzen
  • Gefährdet durch: Lebensraumverlust, Biozideinsatz

 

Lebensweise: Die Gartengrasmücke ist sehr scheu, Störungen gegenüber empfindlich und lässt sich in der Regel nur kurz blicken. Aus diesem Grund sind ihre Besuche im Garten auf durchziehende Vögel im Frühjahr und wandernde Jungvögel im Spätsommer beschränkt. Auf dem Land kommt die Gartengrasmücke manchmal in Gärten, vor allem wenn Teile davon verwildert sind.8

Ab Mitte Mai legt die Gartengrasmücke 3-5 Eier unterschiedlicher Färbung (häufig weißlich oder schwach bräunlicher Untergrund mit dunkler brauner, rötlichbrauner, violetter oder grauer Zeichnung). Ihr Napfnest legt sie in Gebüschen an und es befindet sich meist niedriger als 1 m über dem Boden. Die Eier werden 11-16 Tage bebrütet und die Jungen für 9-14 Tage im Nest gefüttert.9

 

Besonderheiten: Wie die anderen Grasmückenarten ist die Gartengrasmücke normalerweise tagaktiv, absolviert den Zug ins afrikanische Winterquartier jedoch nachts.10

 

Interessantes: Die Gartengrasmücke ist eine der Vogelarten, die bei der Entdeckung einer angeborenen und endogenen Steuerung des Vogelzugs eine wichtige Rolle spielt (endogen = nicht von unmittelbar wirkenden Umweltfaktoren wie Nahrungsmangel etc. abhängig). Eine innere Jahresuhr veranlasst die Grasmücke zur Zeit des Vogelzugs ihrer Artgenossen, selbst im hermetisch von der Außenwelt abgeschlossenen Käfig, zu hüpfen, flattern und zu schwirren. Hierbei entspricht die Menge der im Käfig produzierten Zugunruhe genau der Länge der Zugstrecke. Zudem zeigten handaufgezogene Gartengrasmücken zur Zugzeit einen spontanen Anstieg des Körpergewichts, ohne dass es einen äußeren Anlass hierfür gab.11

 

Nutzen für den Naturgarten: Insektenfresser (eingeschränkter Nutzen, da die Gartengrasmücke selten im Garten zu finden ist)

 

Das hilft der Gartengrasmücke: Erhalt von buschreichem Gelände, im Garten Duldung verwilderter Bereiche

 

Das schadet der Gartengrasmücke: Einsatz von Pestiziden

 

Auszeichnungen: /

 

Persönliche Anmerkungen: /

 

Literaturhinweise

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley-Verlag, 2004, 2008, 2013.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 176. []
  2. STICHMANN (2005), S. 76/2. []
  3. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/gartengrasmuecke.html []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S. 428. []
  5. STICHMANN (2005), S. 76/2. []
  6. URL: http://www.abendblatt.de/hamburg/article108643516/Die-Gartengrasmuecke.html []
  7. BEZZEL (1996), S. 428. []
  8. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 176. []
  9. Vgl. BEZZEL (1996), S. 428. []
  10. Vgl. STICHMANN (2005), S. 76. []
  11. Vgl. BEZZEL (1996), S. 428. []