Eichelhäher (Garrulus glandarius)

EichelhäherDer Eichelhäher gehört der Familie der Rabenvögel an und ist durch sein zum Teil blaues Gefieder leicht von anderen Vögeln zu unterscheiden.

 

  • Aussehen:  Rotbrauner Rumpf, weißer Bürzel, schwarzer Schwanz, blauschwarz gebänderte Flügeldecke.1
  • Größe/Länge:  34 cm2
  • Gewicht:  140-190 g3
  • Vorkommen: In mehreren Rassen (mit z.T. unterschiedlicher Färbung) von Westeuropa bis Ost- und Südostasien vorkommend, jedoch in manchen Teilen fehlend.4
  • Lebensraum:  Wälder aller Art, zunehmend auch in Parks und Gärten.5
  • Lebenserwartung: /
  • Bevorzugte Speisen: Eicheln, Samen, Früchte, Insekten, Schnecken, Aas, gelegentlich Mäuse.6 Zur Brutzeit auch Eier und Nestlinge von Singvögeln.7
  • Fressfeinde: Greifvögel, Marder
  • Gefährdet durch: Menschliche Verfolgung

 

Lebensweise/Fortpflanzung: Der Eichelhäher legt sein Nast meist gut versteckt in Bäumen oder Buschwerk an. Ab April legt er 5-6 blassgrünliche Eier, die fein bräunlich oder rötlich gezeichnet sind. Die Brutzeit dauert 16-17 Tage. Im Anschluss daran werden die Jungen 19-20 Tage im Nest gefüttert.8

Eichelhäher am Boden
Besonderheiten:  Der Eichelhäher wird auch als „Gärtner des Waldes“ bezeichnet. Dies liegt daran, dass ein einzelner Eichelhäher pro Saison rund 3000 Eicheln sammelt, welche er im Boden, unter Laub, in Rindenspalten oder zwischen Wurzeln deponiert. Da er im Winter nicht alle seiner Nahrungsdepots wiederfindet, wachsen aus den vergessenen Verstecken zahlreiche Bäume heran. Neben Eicheln sammelt der Eichelhäher auch noch Haselnüsse und Bucheckern.9

 

Interessantes:  Das Anlegen der Wintervorräte wird dem Eichelhäher durch seinen Kehlsack erleichtert. Hierin transportiert er sage und schreibe bis zu 12 Eicheln, um sie für die kalte Jahreszeit zu verstecken.10

 

Nutzen für den Naturgarten:  Auch der Eichelhäher ist Teil der „Gesundheitspolizei“, die durch das Beseitigen von Aas und Haushaltsabfällen dazu beiträgt, die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden. Darüber hinaus Verbreitung von Bäumen, vor allem der Eiche.

Eichelhäher
Das hilft dem Eichelhäher:  Frühzeitige oder Ganzjahresfütterung ermöglicht es dem Eichelhäher, sich im Herbst den ganzen Kehlsack mit Futter zu füllen, welches er dann als Vorrat für den Winter versteckt. Der Eichelhäher wird zudem hervorragend von gelb leuchtenden Maiskolben angelockt.11
Erhalt von Eichen.

 

Das schadet dem Eichelhäher:  Biozide

 

Auszeichnungen:  /

Feder Eichelhäher
Persönliche Anmerkungen: Der Eichelhäher stattet unserem Naturgarten immer wieder mal einen Besuch ab. Wie in der Literatur häufig zu lesen, bleibt er dabei tatsächlich verhältnismäßig scheu und reagiert schneller als andere Vogelarten auf Störungen. Etwas anders verhält es sich jedoch mit Eichelhähern, die direkt in der Nähe des Gartens groß geworden sind. Sie sind in der Regel etwas weniger scheu als ihre Artgenossen.
Wer die Möglichkeit hat, einen Eichelhäher aus der Nähe zu beachten, wird übrigens schnell feststellen, dass es sich hierbei wirklich um einen ausgesprochen hübschen Vogel handelt, wie die blaue Feder in der Abbildung oben zeigt.

 

Literaturhinweise

BERTHOLD/MOHR: Vögel füttern – aber richtig, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2006.

BEZZEL, EINHARD: BLV Handbuch Vögel, München, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1996.

BURTON, ROBERT: Vögel im Garten, München, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2004, 2008, 2013.

RICHARZ, KLAUS: Natur erleben rund ums Haus, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2013.

STICHMANN, WILFRIED: Der große Kosmos-Tierführer, Stuttgart, Franckh-Kosmos-Verlag, 2005.

 

  1. Vgl. STICHMANN (2005), S. 92/2. []
  2. STICHMANN (2005), S. 92/2. []
  3. URL: http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/eichelhaeher.html [01.09.16] []
  4. Vgl. BEZZEL (1996), S. 472. []
  5. Vgl. STICHMANN (2005), S. 92/2. []
  6. Vgl. BURTON (2004, 2008, 2013), S. 197. []
  7. Vgl. BEZZEL (1996), S. 472. []
  8. Vgl. BEZZEL (1996), S. 472. []
  9. Vgl. RICHARZ (2013), S. 120-121. []
  10. Vgl. BEZZEL (1996), S.472. []
  11. Vgl. BERTHOLD/MOHR (2006), S. 60. []