Bärengedenktag

Jedes Jahr am 26. Juni findet der so genannte Bärengedenktag statt, der im Jahr 2007 zum ersten Mal ausgerufen wurde. Ins Leben gerufen wurde dieser Aktionstag von der Stiftung für Bären in Gedenken an den am 26. Juni 2006 getöteten Braunbären Bruno – dem ersten wilden Bären in Deutschland seit 1835. Der Bärengedenktag macht es sich zum Ziel, auf den umstrittenen Abschuss Brunos und die Möglichkeit der Zuwanderung weiterer Bären nach Deutschland hinzuweisen und deren Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen.

Die Stiftung für Bären hat auch sieben Jahre nach Brunos Abschuss noch immer offensichtliche Mängel in Deutschlands Vorbereitungen für einen zweiten Fall Bruno ausgemacht. Immerhin existiere in Bayern zumindest ein Bär-Management-Plan. Baden-Württemberg jedoch, in welches Bären über das Allgäu auch zuwandern könnten, verzichte bereits auf einen solchen und wolle sich im Fall der Fälle analog zum Handlungsleitfaden Wolf verhalten, was die Stiftung für Bären als unzureichend einschätzt.

Doch laut der Stiftung sind das sind nicht die einzigen Lücken. Schließlich müsse zuallererst die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung sichergestellt werden, wozu auch genaue Verhaltensregeln für Bürger, aber auch Imker und Nutzviehbesitzer gehören, um die Zahl der Übergriffe von Bären zu reduzieren. Aber auch Aufklärung sei wichtig, denn viele Bürger wüssten nicht, dass sie für eventuell notwendige Anpassungen von Weiden etc. mit Geldern unterstützt oder für von Bären gerissene Tiere finanziell entschädigt werden.

 

Wussten Sie, dass …

  • … ein Bär in freier Wildbahn in der Regel 500 Quadratkilometer an Fläche nutzt?
  • … noch vor einigen Jahren in Deutschland Bären geschlachtet und in Gourmetrestaurants gegessen wurden?
  • … es in Pakistan – obwohl illegal – noch Kampfbären gibt?
  • … diese für den Kampf an ihrer empfindlichen Nase in der Arena angepflockt werden, bevor zwei Hunde auf sie gehetzt werden?
  • … dass den Kampfbären als Jungtieren bereits Krallen und Zähne gezogen werden und ihnen außer ihrer Masse keine Verteidigungsmöglichkeit bleibt?
  • … Tanzbären ihr zweifelhaftes Talent mittels heißer Eisenplatten oder glühender Kohlen lernen, vor denen sie nicht weglaufen können, weil sie mit Ketten oder Seilen angebunden sind?
  • … dem Bären für die Befestigung solcher Ketten ein Loch in die Oberlippe, die Nase oder den Gaumenknochen gestochen bzw. gebohrt wird?
  • … in China noch immer circa 7000 Bären auf Bärenfarmen in gerade einmal körpergroße Käfige eingepfercht werden, damit ihnen mittels Katheder Galle abgezapft werden kann?
  • … diesen Bären oftmals zudem noch die Tatzen abgeschlagen werden, da diese als Delikatesse gelten?

 

Persönliche Meinung: Ein Bärengedenktag macht in meinen Augen mehr als Sinn. Zum einen empfiehlt es sich tatsächlich, besser vorbereitet zu sein, sollte sich nochmals ein Bär nach Deutschland verirren. Bereits im Vorfeld kann so auch der zuweilen großen Angst der Bevölkerung mittels Aufklärung begegnet werden. Darüber hinaus hilft der Bärengedenktag aber auch dabei, auf das traurige Schicksal der vielen notleidenden Bären hinzuweisen, die als Kampf-, Tanz-, oder Gallebären – um nur einige zu nennen – unsägliches Leid ertragen. Prädikat: Längst überfällig!  

 

Quellen

(1) STIFTUNG FÜR BÄREN (2013). Bärengedenktag – zum 7. Todestag von Bär Bruno [Online]. Verfügbar unter: Stiftung für Bären [27.07.2013]

(2) ALTERNATIVER BÄRENPARK WORBIS (n.d.). Wegwerfbären, Überschussbären in kleinen Zwingern, Gruben und Zirkuswagen [Online]. Verfügbar unter: Alternativer Bärenpark Worbis [27.07.2013]

(3) ALTERNATIVER BÄRENPARK WORBIS (n.d.). Kampfbären [Online]. Verfügbar unter: Alternativer Bärenpark Worbis [27.07.2013]

(4) ALTERNATIVER BÄRENPARK WORBIS (n.d.). Tanzbären [Online]. Verfügbar unter: Alternativer Bärenpark Worbis [27.07.2013]

(5) ALTERNATIVER BÄRENPARK WORBIS (n.d.). Gallebären [Online]. Verfügbar unter: Alternativer Bärenpark Worbis [27.07.2013]

 

It's time to care. It really is.