Auswahl der Pflanzen im Naturgarten

Gemeiner Wacholder
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Eines der wichtigsten Kriterien dafür, ob und wie viele Tiere den neu geschaffenen Naturgarten aufsuchen, liegt in der Auswahl der Pflanzen. Wann immer möglich sollten Sie dabei heimische Pflanzen berücksichtigen, denn diese ernähren im Vergleich zu den oftmals beliebteren Exoten ein Vielfaches an Tieren. 

Es gibt allerdings auch ein paar nicht heimische Pflanzen, die von der Tierwelt sehr gut angenommen werden und die beispielsweise dann blühen, wenn ansonsten nur noch wenig blüht, so beispielsweise der Bienenbaum. Daher sollten trotz allem Fokus auf heimische Pflanzen nicht alle Exoten kategorisch ausgeschlossen werden.



Baumschule Horstmann
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Nahrungsangebot und was noch?

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)
Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

So wichtig die Bereitstellung von natürlicher Nahrung durch geeignete Pflanzen auch sein mag, das Nahrungsangebot ist nicht das einzige Kriterium, das Sie in Ihrem Naturgarten beachten sollten. Denn schließlich haben Tiere noch einige andere Bedürfnisse, die gedeckt werden wollen, wenn sie sich dauerhaft bei uns im Garten ansiedeln sollen. So zum Beispiel das Bedürfnis nach Schutz und Rückzug, das je nach Tierart unterschiedlich interpretiert wird und daher verschiedene Anforderungen an die Pflanzen im Naturgarten stellt.

Aber auch die Frage, ob und wie Sie durch geeignete Pflanzen natürliche Nistmöglichkeiten erschaffen können, sollten Sie bedenken, bevor Sie sich an die Auswahl der Pflanzen machen.

Und zu guter Letzt sollte in einem Naturgarten natürlich die Vielfalt zum Tragen kommen. Dabei sollten diverse Lebensräume mit unterschiedlichen Bedingungen erschaffen werden, um so den Anforderungen verschiedener Tierarten gerecht zu werden und dadurch eine Vielzahl an Tieren anzulocken. Auch dieser Punkt lässt sich durch die richtige Pflanzenauswahl natürlich schon im Vorfeld maßgeblich beeinflussen.

 

Gezielte Auswahl der Pflanzen

Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)
Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)

Alles was Sie tun, hat eine Wirkung auf Ihre Umgebung, auch und insbesondere in einem Naturgarten. Überlegen Sie daher sorgsam, welche Wirkung Sie erzielen wollen und welche sich auch für den Standort, an dem Sie leben, eignet. Schließlich können Sie sich noch so viel Mühe geben, Sie können den perfekten Biotop für eine bestimmte Tierart anlegen … wenn es diese Tierart bei Ihnen nicht mehr gibt oder der Weg in den Garten für sie durch Betonwüsten verbaut ist, werden Sie vermutlich lange auf ihren Besuch warten.

In einem Punkt können Sie sich allerdings sicher sein: Wenn Sie gezielt aktiv werden und nach und nach mehr Bedürfnisse der verschiedenen Tierarten in Ihrem Garten decken, wird sich das „herumsprechen“ und andere Tiere anlocken. Tiere haben ein enorm feines Gespür für neue Biotope und nehmen dankbar alles an, was auch nur halbwegs ihren Bedürfnissen entspricht.