5 tödliche Gefahren für Tiere im Garten – Netze, Wintervlies & Co. (5)

Im letzten Artikel dieser Artikelserie hatten wir uns unter anderem mit den Gefahren von Lichtschächten und Schornsteinen beschäftigt. Im heutigen Teil dieser Serie möchte ich auf die Gefahren hinweisen, die durch das Anbringen von Netzen und ähnlichen Vorrichtungen entstehen.

Viele Gärtner, die Obstbäume oder Weinreben ihr Eigen nennen, benutzen die im Handel erhältlichen Netze, die Schäden am Obst  durch Vögel verhindern sollen. Leider verfangen sich in den angebrachten Netzen immer wieder unzählige Vögel, bei bis zum Boden reichenden Netzen mitunter sogar Hasen und Rehe, die in ihrer Panik keinen Ausweg mehr finden und sich bis zur Erschöpfung verausgaben. Oftmals verheddern die Tiere sich so stark in den Netzen, dass sie sich alleine nicht mehr befreien können und häufig vor einer möglichen Rettung durch den Menschen sterben.

Ähnliches kann Vögeln durch die Verwendung von Wintervlies passieren. Wintervlies eignet sich hervorragend dazu, frostempfindliche Pflanzen zu schützen. Bei unsachgemäßer Anwendung oder bei der großflächigen Anwendung besteht allerdings auch hier die Gefahr, dass Vögel nach ihrem Eindringen in diese Abdeckung den Weg nach draußen nicht mehr finden und sterben.

 

Was Sie tun können:

(1) Vogelschutznetz

Idealerweise sollten Sie die Nutzung von Vogelschutznetzen generell überdenken, vor allem dann wenn der Schaden am Obst nicht wirklich beängstigende Ausmaße annimmt. Abhängig von der Vogelart, die sich an Ihrem Obst vergreift, könnten funkelnde Dekoartikel, Klangspiele etc. helfen, etwas scheuere Vogelarten zu vertreiben. Wenn Sie aber dennoch weiterhin Netze um Ihre Obstbäume oder die Weinreben spannen wollen, dann müssen Sie zumindest dafür sorgen, dass ein Hereinschlüpfen der Vögel unmöglich ist.

Schwachstellen sind hierbei vor allem die Unterseiten der Belaubung, an der das Netz unbedingt lückenlos geschlossen werden muss, sonst fliegen die Vögel von unten hinein, suchen aber in der Regel oben nach einem Ausweg. Noch gefährlicher ist es, wenn nur ein oder zwei Stellen offen sind, da eingedrungene Vögel in ihrer Aufregung kleinere Öffnungen auf der Suche nach einem Ausweg in der Regel kaum noch wiederfinden.

Vermeiden Sie es Hasen, Rehen und anderen Tieren zuliebe auch, die Netze – zum Beispiel bei Weinreben – komplett bis auf den Boden zu ziehen. Bleibt der untere Bereich der Pflanzen, an dem ohnehin in der Regel keine Trauben hängen, frei, dann können Kleintiere und auch Rehe unter dem Netz hindurchschlüpfen, ohne sich darin zu verfangen.

 

(2) Wintervlies & Co.

Die Anbringung von Wintervlies ist bei korrekter Anbringung prinzipiell vorteilhaft, weil Vögel sich aufgrund der fehlenden Lochstruktur nicht per se in einem solchen Vlies verfangen können und zudem viele Insekten, aber auch Kleinsäuger und sogar manche Reptilien den Kälteschutz dankbar annehmen. Allerdings müssen Sie auch beim Gebrauch von Vlies sicherstellen, dass es keine Öffnungen gibt, durch die Vögel hinein, aber nicht wieder hinaus können, was im Übrigen natürlich auch für alle anderen Materialien zutrifft, die für den Winterschutz von Pflanzen eingesetzt werden.

Das heißt: Vor allem unten um den Stamm der Pflanze muss das Gewebe eng sitzen und gut fixiert werden. Ebenfalls ist darauf zu achten, dass der Stoff am oberen Ende und an den Seiten komplett geschlossen ist. Es reicht nicht, die beiden Seiten alle 15 cm mit einer Schnur oder Bindedraht zusammenzubinden … Selbst durch diese Lücken schlüpfen Vögel hindurch und kommen unter Umständen nicht mehr hinaus, vor allem dann nicht, wenn es sich um breitere Pflanzen handelt. Gefahr ist auch geboten, wenn mehrere Meter Hecke am Stück mit Vlies oder Ähnlichem umwickelt werden. Auch hier gelten die gleichen Prinzipien wie oben geschildert, allerdings in noch strengerer Auflage.

Auch dieser Punkt ist übrigens mitnichten Panikmache, denn ich habe schon einige Vögel zu Gesicht bekommen, die beim Abnehmen des Winterschutzes im Frühjahr tot in Vlies & Co. gefangen aufgefunden wurden.