5 häufige Fehler beim Bau von Wildbienen-Nisthilfen

Wildbienen-Nisthilfen zu bauen macht Spaß und stellt verschiedenen Wildbienenarten wertvolle Nistmöglichkeiten zur Verfügung. Doch leider gibt es hierbei jede Menge Fehlerquellen. Fünf davon schauen wir uns heute einmal an.
 

  1. Du füllst die Fächer mit Kiefernzapfen
  2. Kiefernzapfen sind in schöner Regelmäßigkeit in käuflich erwerbbaren Insektennisthilfen zu sehen. Wenn du das nächste Mal durch ein Geschäft bummelst, in dem Insektennisthilfen angeboten werden, dann findest du mit großer Wahrscheinlichkeit auch eine (oder mehrere) Nisthilfen, in der ein Fach mit Kiefernzapfen gefüllt ist.
    Vermutlich werden auch deshalb viele Wildbienen-Nisthilfen, die in Eigenregie gebaut werden, mit Kiefernzapfen gefüllt. Leider bringt das den Tieren, denen wir damit helfen wollen, keinen Nutzen. Spar dir also das Sammeln von Kiefernzapfen oder verwende sie lieber für andere Dinge.

  3. Du verwendest Lochziegel in deinen Wildbienen-Nisthilfen
  4. Sehr gerne werden in Wildbienen-Nisthilfen auch leere Lochziegel verwendet. Rein optisch machen sie sich auch meist ganz gut, doch leider sind die Löcher viel zu groß, als dass sie für Wildbienen interessant wären.
    Wenn du jedoch schon eine Wildbienen-Nisthilfe hast, in der Lochziegel eingebaut sind, dann kannst du dennoch etwas mit ihnen anfangen. Nimm einfach Bambusrohrstücke (die hinter den Verdickungen abgesägt sind, sodass ein Ende verschlossen bleibt) und stecke sie so in die Löcher des Lochziegels, dass sie fest sitzen (das verschlossene Ende des Bambusrohrstücks steckt hierbei im Lochziegel und das offene zeigt nach vorne). Der Innendurchmesser des Bambusrohrstücks sollte allerdings nicht größer als 9 mm sein.

  5. Du bohrst bei deinen Wildbienen-Nisthilfen ins Stirnholz
  6. Früher wurden sehr häufig Baumscheiben in Wildbienen-Nisthilfen verbaut und mit Bohrungen versehen. Mittlerweile wird jedoch meist davon abgeraten. Warum ist das so? Wenn Stirnholz für die Bohrungen genutzt wird, dann entstehen mit der Zeit (insbesondere bei ungenügender Trockung und ungünstigen Holzarten) häufig Risse im Holz, die für die Wildbienenbrut gefährlich sind. Verwende daher anstelle von Baumscheiben lieber gut abgelagerte Holzblöcke aus Hartholz und verzichte generell auf Bohrungen ins Stirnholz.

  7. Du arbeitest die Bohrlöcher nicht sauber genug nach
  8. Wildbienen besitzen äußerst grazile Flügel. Die Gänge, in denen Wildbienen ihre Brutzellen anlegen, müssen daher vollkommen glatt sein, denn sonst könnten sich die Wildbienen an aufgestellten Holzfasern verletzen. Aus diesem Grund meiden sie im übrigen unsauber gearbeitete Bohrlöcher. Achte daher unbedingt darauf, dass die Bohrlöcher peinlich genau ausgearbeitet sind und nutze hierfür gute Bohrer und feines Schleifpapier.

  9. Du denkst, dass mit Wildbienen-Nisthilfen allen Wildbienen geholfen ist
  10. So wunderbar Wildbienen-Nisthilfen sind und so wichtig sie für unsere Wildbienen auch sein mögen: 75% aller Wildbienenarten legen ihre Nistgänge im Boden an. Deshalb sind sandige Flächen, die zumindest teilweise vegetationsfrei bzw. vegetationsarm bleiben so ungemein wichtig. Zumal diese Flächen heutzutage immer rarer werden. Wenn du also deine Wildbienen-Nisthilfen fertig gestellt und dich wieder ein wenig erholt hast, dann überlege dir schon mal, wo du im Garten ein sandiges Plätzchen für die im Boden nistenden Wildbienen herrichten kannst.

 

Fazit

Natürlich gibt es noch deutlich mehr Fehler, die du beim Bau von Wildbienen-Nisthilfen machen kannst und viele weitere Dinge, die es beim Umsetzen der obigen Punkte zu beachten gilt. Informiere dich deshalb auf jeden Fall noch weitreichender, bevor du dich an den Bau deiner Wildbienen-Nisthilfen machst. Fünf häufige Fehlerquellen kennst du nun zumindest schon mal.

Wenn du dich gleich umfassender informieren möchtest, dann schau doch mal in der Liste der empfehlenswerten Bücher unter „Bienen im Garten“ nach. Du findest dort zwei Bücher über Wildbienen, die ausführlich über das Thema informieren.
Oder du besuchst einfach die Webseiten der beiden Autoren Werner David und Dr. Paul Westrich.